Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher optimieren Erschließung der tiefen Geothermie

21.03.2012
Hochschulübergreifendes Forschungsprojekt zur Risikominimierung geht in Phase II

„Die Nutzung der tiefen Geothermie für die Wärme- und Stromversorgung kann nur wirtschaftlich sein, wenn millionenteure Fehlbohrungen vermieden werden. Die sichere Beurteilung von geothermischen Reservoiren ist deshalb besonders wichtig für den Erfolg von Geothermieprojekten. Dazu wenden wir gemeinsam mit Kollegen aus Aachen, Berlin, Freiberg und Kiel in unserem neuen Forschungsprojekt ‚MeProRisk II – Optimierungsstrategien und Risikoanalyse für tiefe geothermische Reservoire‘ Methoden an, die wir zuvor im Projekt MeProRisk I arbeitsteilig entwickelt haben“, erklärte Prof. Dr. Christoph Clauser vom Institut für Applied Geophysics and Geothermal Energy anlässlich der Bewilligung der Mittel für MeProRisk II durch das Bundesumweltministerium.


Die dreidimensionale Visualisierung der standortspezifischen Gegebenheiten und Prozesse im Reservoir erleichtert die technische Auslegung der geothermischen Anlage. Foto: E.ON Energy Research Center, RWTH Aachen University

Unter anderem sollen innerhalb dieses Projekts optimale Positionen für Bohrungen ermittelt werden. Darüber hinaus werden Produktionsbedingungen durch modernste dreidimensionale Visualisierungen veranschaulicht, um die technische Auslegung der Anlagen an weitere Rahmenbedingungen anzupassen. Die Projektkoordination liegt beim Institut für Applied Geophysics and Geothermal Energy des E.ON Energy Research Centers der RWTH Aachen.

Im Rahmen dieses Forschungsprojektes werden die gemeinsam entwickelten Methoden bei der Untersuchung mehrerer größerer geothermischer Erkundungsvorhaben in Deutschland, Italien und Australien angewendet. Geophysikalische Messungen an der Oberfläche und in Explorationsbohrlöchern liefern wichtige Daten zu den Schichten und Störzonen des Untergrunds. Außerdem werden physikalische Eigenschaften der Gesteine (z. B. Durchlässigkeit, Wärmeleitung) bestimmt.

Aus diesen Informationen lassen sich unter Berücksichtigung von Mess- und Analyseungenauigkeiten Computermodelle des Reservoirs erstellen. Diese wiederum ermöglichen die Berechnung der Wasserzirkulation und des Wärmetransports im Untergrund. Die gleichzeitige Beobachtung von Temperaturverläufen und Wasserzuflüssen in den Explorationsbohrungen liefert wichtige Daten zur Verfeinerung der Ergebnisse.

Die so entwickelten Modelle zeichnen sich, verglichen mit bisher üblichen Methoden, durch eine deutlich verminderte Unsicherheit bei der Bewertung von Gesteinseigenschaften und geologischen Strukturen des Reservoirs aus. Die beste Position für die Bohrungen der Geothermie-Anlage mit dem geringsten Risiko im Hinblick auf die anzutreffenden Bedingungen im Untergrund lässt sich durch eine mathematische Optimierungsanalyse der erfolgreichen Modelle bestimmen. Darüber hinaus veranschaulichen modernste dreidimensionale Visualisierungen der Prozesse im Reservoir die Produktionsbedingungen. Damit kann die technische Auslegung der geothermischen Anlage frühzeitig an standortspezifische Gegebenheiten angepasst werden.

Projektbeteiligte sind:
- RWTH Aachen
• Institut für Applied Geophysics and Geothermal Energy am E.ON Energy Research Center (hier liegt auch die Projektkoordination)
• Institut für Scientific Computing
• Virtual Reality Center
• Mathematik C, Kontinuierliche Optimierung
- Institut für Geophysik der FU Berlin
- Institut für Geophysik und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg
- Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel
- Geophysica Beratungsgesellschaft mbH, Aachen.
An der RWTH Aachen erfolgen die rechenintensiven Computersimulationen, die Optimierungsanalyse und die Visualisierung auf Hochleistungsrechnern.

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Realtorsicherheit (BMU) über einen Zeitraum von drei Jahren mit einer Fördersumme von ca. 3,1 Mio. Euro gefördert.

Kontakt:
Dr. Gabriele Marquart,
Applied Geophysics and Geothermal Energy
E.ON Energy Research Center
RWTH Aachen University
Mathieustraße, Hauptgebäude
52072 Aachen
Tel. 0241 80 49895
gmarquart@eonerc.rwth-aachen.de

Thomas von Salzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwth-aachen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neue Erkenntnisse zum Meeresspiegel-Anstieg
26.05.2017 | Universität Siegen

nachricht Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen
24.05.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften