Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher bestimmen Veränderung der Ozeanmasse

12.11.2009
Schwankungen entsprechen Ausmaß von acht Millimeter Wasserstand

Je nach Jahreszeit schwankt die Masse aller Ozeane um drei Billiarden Kilogramm, was rund acht Millimeter Meeresspiegel entspricht.

Zu diesem Schluss kommen deutsche Ozeanographen und Geodäten der Helmholz-Gemeinschaft im Journal of Geophysical Research. Durch die Kombination von Satelliten- und GPS-Daten mit numerischen Ozeanmodellen gelang es ihnen erstmals, kurzfristige Veränderungen der Wassermasse in den Weltmeeren zu berechnen.

Diese entsprechen insgesamt einer siebeneinhalb Meter dicke Wassersäule über der Fläche Deutschlands.

Die Masse der Ozeane verändert sich ständig. "Die wichtigsten, jedoch noch am wenigsten verstandenen Faktoren dafür sind die Flüsse, daneben nehmen auch das Regenwasser in den Tropen, die Gletscherschmelze an den Polen sowie Schnee und Verdunstung Einfluss", berichtet Studienautor Roelof Rietbroek vom GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) im pressetext-Interview. Wichtig ist die genaue Bestimmung dieser Schwankungen für bessere interaktive Modelle der Hydrologie und des Ozeans, sowie auch für die Bestimmung des menschlichen Einwirkens.

Wasser hebt Erde aus den Angeln

Verschiebt sich die Wassermasse vom Ozean auf das Land oder umgekehrt, treten dabei auch zahlreiche andere Effekte auf. "Blickt man vom Weltall auf unseren Planeten, so sieht man dass er sich durch die Änderung des Schwerpunktes selbst bewegt. Das Ausmaß dieses Effekts kann durch Satelliten und GPS-Stationen bestimmt werden", so Rietbroek. In Bewegung sei durch den unterschiedlichen Wasserdruck auch der Meeresboden, der bis zu einem gewissen Grad elastisch ist und die Erde somit zu einer Waage macht.

Beide Umstände - die Veränderung der Schwerkraft wie auch die Elastizität - machten sich die Forscher zunutze. Zunächst kamen Daten der deutsch-amerikanischen Satellitenmission GRACE zum Einsatz, bei dem der Abstand von zwei sich hintereinander bewegenden Satelliten penibel bestimmt wird. Änderungen der Gravitation des überflogenen Gebietes machen sich dabei in der Flughöhe bemerkbar. Das Biegen des Meeresbodens unter der Wasserlast wurde hingegen durch die genaue Abstandmessung von festsitzenden GPS-Stationen untereinander erhoben.

Volumen, Temperatur und Salzgehalt entscheidet

Um die Masse der Ozeane und ihrer Schwankungen zu erheben, muss man viele Faktoren berücksichtigen. Am meisten gibt das Volumen den Ausschlag, für dessen Berechnung man Kenntnisse über die Topografie des Meeresbodens und die Höhe des Meeresspiegels braucht. "In der nördlichen Hemisphäre ist der Meeresboden besser bekannt als im Süden, wo viel weniger Schiffsrouten verlaufen", erklärt Rietbroek. Entscheidend seien jedoch auch die Temperatur sowie der Salzgehalt des Wassers. Vergleicht man Masse und Volumsänderung, kann man auf die im Ozean gespeicherte Wärmemenge schließen.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas
20.04.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Von GeoFlow zu AtmoFlow
20.04.2018 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics