Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Flug in eisige Wolken

24.04.2012
Jülicher Forscher untersuchen in der Arktis Eigenschaften von Mischphasenwolken

Für Klimamodelle sind Mischphasenwolken, die sich aus Eiskristallen und Wassertropfen zusammensetzen, von großer Bedeutung.


Flugzeuggetragenes Spektrometer zur Bestimmung von Größe und Anzahl von Wolkenpartikeln (Tropfen und Eis) im Größenbereich 0.6 - 900 Mikrometer.

Über deren Eigenschaften soll jetzt die VerDI-Kampagne (Vertical Distribution of Ice in Arctic Clouds) Aufschluss geben: Koordiniert durch die Universität Leipzig ist das Forschungsflugzeug "Polar 5" am Sonntag, den 22. April 2012, von der kanadischen Stadt Inuvik aus in die Arktis gestartet. Mit an Bord ist auch das Spektrometer NIXE-CAPS, mit dem Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich die Wolkenpartikel untersuchen.

"Wir wissen bisher leider nur sehr wenig über Mischphasenwolken, obwohl deren Eigenschaften so wichtig sind", sagt Dr. Martina Krämer vom Jülicher Institut für Energie- und Klimawissenschaften. Denn Wolken sorgen zum einen dafür, dass die Wärmestrahlung der Erde in der Atmosphäre bleibt, zum anderen reflektieren sie auch die Sonnenstrahlung und kühlen dadurch die Erde. Die Größe der Effekte hängt von der Beschaffenheit der Wolke ab, in Mischphasenwolken vor allem von deren Eis-Anteil.

Die Kampagne VerDI, bei der mehrere deutsche Forschungseinrichtungen miteinander kooperieren, soll darüber Aufschluss geben. Etwa einen Monat lang starten Forschungsflüge mit der "Polar 5". Das Spektrometer aus Jülich spielt eine wichtige Rolle: "NIXE-CAPS kann nicht nur die Größe der Wolkenpartikel messen, sondern auch bestimmen, ob es sich um Wassertropfen oder Eiskristalle handelt", sagt Krämer. Dies lässt Rückschlüsse auf den Grad der Vereisung der Wolke zu.

NIXE-CAPS besteht aus zwei Teilen. Im oberen Teil misst ein Laser die Größe jedes einzelnen Wolkenpartikels: Je nachdem, wie groß der Partikel ist, wird das Laserlicht unterschiedlich stark gestreut. "So werden Größen von 0,6 bis
50 Mikrometer erfasst", erklärt Krämer. Der untere Teil des Spektrometers misst Partikel, die zwischen 15 Mikrometern und einem Millimeter groß sind.
Hierbei trifft ein Laserstrahl auf die Wolkenpartikel und erzeugt ein Schattenbild, dessen Größe und Form dann von Messdioden bestimmt wird.

Anhand der sogenannten Sphärizität lassen sich so auch flüssige Wassertropfen von festen Eiskristallen unterscheiden: Tropfen sind sphärisch, also rund, Eiskristalle asphärisch, also unregelmäßig geformt.

Schon im Rahmen der "Coalesc"-Kampagne im März letzten Jahres hatten die Jülicher Forscher um Krämer Mischphasenwolken untersucht, damals mit Forschungsflügen im britischen Exeter. Von den Messungen in der Arktis erhoffen sie sich weitere Auskünfte.

Weitere Informationen:
Pressemitteilung zu Coalesc:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Meldungen/IEK/IEK-7/DE/regenmacher.html
Institut für Energie und Klimaforschung, Bereich Stratosphäre (IEK-7):
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-7/DE/Home/home_node.html
NIXE-CAPS (Bild):
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-7/DE/Forschung/WisInfra/nixe/nixe-caps_node
.html
Ansprechpartner:
Dr. Martina Krämer
Tel. 02461/61-3238
m.kraemer@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Erhard Zeiss, Dr. Barbara Schunk
Tel.: 02461 61-1841/-8031
e.zeiss@fz-juelich.de, b.schunk@fz-juelich.de
Das Forschungszentrum Jülich...
... betreibt interdisziplinäre Spitzenforschung, stellt sich drängenden Fragen der Gegenwart und entwickelt gleichzeitig Schlüsseltechnologien für morgen. Hierbei konzentriert sich die Forschung auf die Bereiche Gesundheit, Energie und Umwelt sowie Informationstechnologie. Einzigartige Expertise und Infrastruktur in der Physik, den Materialwissenschaften, der Nanotechnologie und im Supercomputing prägen die Zusammenarbeit der Forscherinnen und Forscher. Mit rund 4 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den großen Forschungszentren Europas.

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stagnation im tiefen Südpazifik erklärt natürliche CO2-Schwankungen
23.02.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics