Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FH Düsseldorf übernimmt Flugbereitschaft für Vulkanasche–Forschungsflüge während der Olympiade

30.07.2012
Fachhochschule Düsseldorf (FHD) übernimmt offiziell die Flugbereitschaft für Vulkanasche –Forschungsflüge während der Olympischen Spiele im Auftrag der britischen Civil Aviation Authority (UK CAA)
Das Labor für Umweltmesstechnik unter Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber an der FH D hat nach offizieller Anforderung der Civil Aviation Authority (CAA UK, britische Aufsichtsbehörde für zivile Luftfahrt) eine Flugbereitschaft für Messflüge während der Olympischen Spiele für den Fall eines Vulkanausbruchs auf Island übernommen.

Hintergrund für diese Flugbereitschaft ist, dass verschiedene Islandvulkane Anzeichen von Aktivität aufweisen und deswegen nach Meinung von Experten ein Vulkanausbruch in naher Zukunft nicht auszuschließen ist. Aus diesem Grund haben die CAA UK und das Met Office UK bereits ein eigenes Forschungsflugzeug in Bereitschaft.

Die FHD wird bei der Flugbereitschaft für Großbritannien in Zusammenarbeit mit dem deutschen Flight Provider Sylt Air dasselbe zweimotorige Flugzeug Partenavia einsetzen, das sie auch schon im Mai 2012 bei einem Forschungsflug zur Bestimmung der Methan-Emission der havarierten Gas-Bohrinsel Elgin in der Nordsee verwandt hat. Foto: FH D

Um die Operationsbasis zu verbreitern haben Sie darüber hinaus zusätzlich die Fachhochschule Düsseldorf angefragt, ein Forschungsflugzeug flugbereit zu halten für potenzielle Messeinsätze in Großbritannien bei Ausbruch eines Islandvulkans während der Olympischen Spiele. Beide Forschungsflugzeuge, die im Einsatzfall durch das Met Office UK koordiniert würden, sind in der Lage, Vulkanaschewolken im Luftraum von Großbritannien zu vermessen und in-situ Messdaten zu liefern.

Darüber hinaus können die Messdaten zum Vergleich mit Vulkanasche-Ausbreitungsrechnungen des Met Office UK verwandt werden. Das Met Office UK ist diejenige staatliche Organisation in Großbritannien, die für den Flugverkehr in ganz Europa die Ausbreitungsvorhersagen von Vulkanaschewolken durchführt. Gerade während der Zeit der Olympischen Spiele mit hohem Flugaufkommen ist es von besonderem Interesse, zwei Forschungsflugzeuge für Vulkanasche-Flüge im britischen Luftraum im Falle eines Ausbruchs zur Verfügung zu haben. Damit soll erreicht werden, dass Probleme mit Flugsperrungen, wie sie 2010 und 2011 bei den Eruptionen von Eyjafjallajökull und Grimsvötn auftraten, bei einem erneuten Islandvulkan-Ausbruch minimiert werden.

Die Fachhochschule Düsseldorf wird aufgrund ihrer umfangreichen Vorerfahrungen bei Vulkanasche-Flügen die Flugbereitschaft für Großbritannien übernehmen. Sie wird dabei eng mit dem Met Office UK bei dieser besonderen Mission zusammenarbeiten. Überdies hat die FHD Forschungsgruppe um Prof. Konradin Weber schon seit einiger Zeit wissenschaftlichen Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit mit dem Met Office UK. Beispielsweise haben die Wissenschaftler vom Met Office UK, Met Office Island und der Fachhochschule Düsseldorf bei der Erforschung der re-suspendierten Vulkanaschewolke auf Island zusammengearbeitet und die Ergebnisse in einem bekannten geophysikalischen Journal publiziert.

Die nun geplante Mission während der olympischen Spiele kann als Fortsetzung dieser Zusammenarbeit und als gutes Beispiel für eine länderübergreifende Kooperation bei einem internationalen Problem angesehen werden.

Das Labor für Umweltmesstechnik der FHD ist in den vergangenen Jahren durch seine zahlreichen Forschungsflüge in den Aschewolken von Vulkanen, z.B. von Eyjafjallajökull, Grimvötn, Ätna und Stromboli als auch bei Industrieanlagen bekannt geworden. Die FHD benutzt dabei für ihre Flüge kleine robuste Flugzeuge, die mit Kolbenmotoren ausgestattet sind und auch bei höheren Aschekonzentrationen fliegen können. Dadurch ist es möglich, durch direktes Einfliegen in die Vulkanasche-Wolken die Konzentrationen mit hoher Genauigkeit zu messen. Die Messsysteme sind von der FHD vorher im Windkanal in einem Spezialverfahren mit original Vulkanasche von Islandvulkanen kalibriert worden.

Diese Forschungsflüge sind für die zivile Flugsicherheit bei Vulkanausbrüchen von hoher Bedeutung. Dies wurde beispielsweise während des Ausbruchs des Islandvulkans Grimsvötn 2011 deutlich: Aufgrund vorhergesagter Vulkanasche-Wolken über dem internationalen Flughafen Keflavik war dieser zunächst für den allgemeinen Flugverkehr gesperrt worden. Nachdem aber Forschungsflüge der FHD zusammen mit der Uni Island im Luftraum über Keflavik nur geringe Aschekonzentrationen festgestellt hatten, konnte dieser für den internationalen Luftverkehr wichtige Flughafen wieder geöffnet werden.

Das Labor für Umweltmesstechnik der FHD wird den Arbeitsbereich der Forschungsflüge weiter ausbauen. Für Ende des Jahres sind Flüge bei aktiven Vulkanen in Übersee geplant.

Simone Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-duesseldorf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften