Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Farbe des Meeres steuert Hurrikans

17.08.2010
Weniger Phytoplankton senkt Risiko für Wirbelstürme

Eine Veränderung der Farbe des Meeres könnte massive Auswirkungen auf die Verbreitung von Hurrikans haben. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam des Geophysical Fluid Dynamic Laboratory am NOAA. Eine Simulationsstudie im Nord-Pazifik hat das deutlich gezeigt. In dieser Region hat die Zahl der Wirbelstürme um 70 Prozent nachgelassen.

"Die Theorie der Forscher ist relativ einfach nachzuvollziehen", meint der Klimaforscher Bernhard Pospichal von der Universität für Bodenkultur im pressetext-Gespräch. "Je weniger Phytoplankton im Ozean lebt, desto geringer ist der Chlorophyll-Gehalt. Das heißt, dass die Sonneneinstrahlung tiefer ins Meer dringt und sich daher die Meeresoberfläche nicht so stark aufheizt." Geringere Oberflächentemperaturen senken das Entstehungsrisiko von Wirbelstürmen dramatisch. "Die Theorie klingt durchaus vernünftig", so der Klimaexperte.

Nicht alle Meere sind gleich blau

"Wir glauben, dass alle Meere blau sind", meint NOAA-Forscher Anand Gnanadesikan in der kommenden Ausgabe der Geophysical Research Letters. Doch das sei nicht der Fall. Obwohl sich die Studie auf die Effekte eines simulierten Absinkens der Phytoplankton-Population bezieht, haben Forscher erst kürzlich damit argumentiert, dass die Menge an Phytoplankton im vergangenen Jahrhundert permanent abgenommen hat.

Gnanadesikan hat die Bildung von Wirbelstürmen in einem Computermodell unter zwei verschiedenen Szenarien miteinander verglichen. Im ersten wurden reale Bedingungen von Chlorophyllgehalten im Nord-Pazifik untersucht. Im zweiten wurde simuliert, dass in Teilen des nordpazifischen subtropischen Wirbels die Cholorophyllgehalte gegen Null sanken.

Plankton steuert Wirbelstürme

Das Fehlen von Chlorophyll im subtropischen Wirbel hat die Wirbelsturmbildung durch modifizierte Luftzirkulation und Hitzeaustausch innerhalb und außerhalb des Strudels verändert. Am Äquator hat diese Veränderung zu einer Zunahme von Hurrikans um 20 Prozent geführt. Weiter im Norden ist es zu einem Rückgang der Wirbelstürme um etwa 70 Prozent gekommen. Das bedeutet ein Zunahme von Stürmen in Vietnam und den Philippinen sowie weniger Wirbelstürme in Südchina und Japan.

"Fehlt Chlorophyll in Teilen des Ozeans komplett, würde das eine dramatische Veränderung bedeuten", so Gnanadesikan. Die Gewässer im nördlichen pazifischen Wirbel sind ohnehin bereits eine biologische Wüste.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.gfdl.noaa.gov
http://www.boku.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen
18.08.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Klimawandel: Bäume binden im Alter große Mengen Kohlenstoff
17.08.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie