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Das von der EU geförderte Projekt Eurofleets (europäische Flotten) startete kürzlich anlässlich eines Treffens von etwa 100 Wissenschaftlern und Logistikern in Paris.
24 Partner aus 16 EU-Ländern beziehungsweise EU assoziierten Staaten beteiligen sich, um die Vernetzung der Forschungsflotten weiterzuentwickeln. Die Europäische Kommission fördert Eurofleets in den nächsten vier Jahren mit 7,2 Millionen Euro.
Die Projektleitung liegt beim französischen Forschungsinstitut Ifremer. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft koordiniert ein Teilprojekt, das Wissenschaftlern einen einheitlichen und vereinfachten Zugang zu Plätzen auf europäischen Forschungsschiffen ermöglichen soll.
Forschungsschiffe und Unterwasserfahrzeuge sind auch in Zeiten verbesserter Satellitenbeobachtung und autonom messender Bojen wichtige Werkzeuge, um wissenschaftliche Daten in den Weltmeeren zu erheben. Diese Schiffe und Geräte machen nach wie vor 40 bis 50 % der Kosten in der Meeresforschung aus. Die 24 Projektpartner von Eurofleets entwickeln unter anderem eine gemeinsame Strategie für zukünftigen Investitionsbedarf, Richtlinien für eine umweltfreundliche Forschung und eine bessere Kompatibilität der eingesetzten Geräte.
Das Alfred-Wegener-Institut leitet ein Teilprojekt, das zum Ziel hat ein einheitliches Antrags- und Begutachtungsverfahren zu entwickeln, das europäischen Wissenschaftlern ermöglicht, auf unterschiedlichen Forschungsschiffen zu arbeiten. Es richtet sich vor allem an Forscher aus Ländern ohne eigene Forschungsschiffe und an Nachwuchswissenschaftler. "Wir nutzen die langjährige Erfahrung mit der Bewertung von nationalen und internationalen Anträgen auf Schiffszeit, wie zum Beispiel aus der Senatskommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Forschungsschiff Polarstern, das seit über 25 Jahren von uns betrieben wird", erklärt Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts.
Weiterhin stellt das Alfred-Wegener-Institut im Rahmen von Eurofleets selber auch Schiffszeit zur Verfügung. Dies betrifft Forschungsvorhaben der Polarstern für die Fahrt durch den Atlantik in die Antarktis oder aus der Antarktis nach Bremerhaven und Forschungsvorhaben auf dem Forschungsschiff Heincke, das in der Nordsee beziehungsweise im Nordostatlantik operiert. Die Expeditionsteilnehmer profitieren an Bord der deutschen Forschungsschiffe in der direkten Zusammenarbeit voneinander und bringen ihr spezifisches Fachwissen ein. So soll sich das Projekt Eurofleets auch im Wissenstransfer zwischen einzelnen Forschergruppen positiv auf zukünftige Kooperationen auswirken.
Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der sechzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.
Margarete Pauls | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.awi.de
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