Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erwärmung der Südhalbkugel intensivierte australischen Monsun

03.02.2015

Ein Forschungsteam der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus Bremen und Bad Gandersheim sowie aus China und Australien marine Sedimentkerne vor der Nordwestküste Australiens analysiert. Die Untersuchungen zeigen einen deutlich intensivierten Monsun während der Klimaerwärmung nach der letzten Eiszeit. Das Forschungsteam vermutet, dass ein Anstieg des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) sowie die Erwärmung der Südhalbkugel die Klimaveränderung in Australien steuerten. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Nature Communications publiziert.

Eine massive Zunahme der Monsun-Regenfälle begann vor etwa 13.000 Jahren. Zu dieser Zeit war die Nordhalbkugel durch relativ kalte Klimabedingungen charakterisiert, während in den Eiskernen der Antarktis zu dieser Zeit eine deutliche Erwärmung und Zunahme des CO2-Gehaltes der Atmosphäre zu beobachten ist.


Das deutsche Forschungsschiff „Sonne“, mit dem ein Teil der untersuchten Proben genommen wurde.

Foto: Ann Holbourn

Das Forschungsteam schlussfolgert aus diesen Ergebnissen, dass eine Kombination aus Erwärmung der Südhalbkugel und atmosphärischer Kohlendioxid-Zunahme die Entwicklung von Tiefdruckgebieten über dem australischen Kontinent während der australischen Sommermonate förderte. Dadurch ging ein größerer Teil der Regenfälle der tropischen Konvergenzzone über Nordwestaustralien nieder.

Die Intensität der Monsunregenfälle und der daraus resultierende Eintrag von Sediment in den östlichen indischen Ozean durch die Flüsse Nordwestaustraliens wurde mit hochauflösenden Elementanalysen mit Hilfe von Röntgenfluoreszenz-Scannern erfasst.

Durch die Verhältnisse verschiedener Elemente, beispielsweise Kalium und Kalzium, können Forscherinnen und Forscher Rückschlüsse auf die Menge von Flusseinträgen und damit auch auf die Regenintensität ziehen. Das Alter der Sedimentkerne wurde mit präzisen Kohlenstoff-Isotopendatierungen erfasst.

Das deutsche Forschungsschiff „Sonne“ und sein französisches Pendant „Marion Dufresne“ erbohrten die vier analysierten Sedimentkerne vor der Küste Nordwest-Australiens. Sedimentkerne sind ein Klimaarchiv des Ozeans, welches die klimatischen Veränderungen der Vergangenheit abspeichert.

Mit Hilfe der Klimainformationen, die das Forschungsteam aus den Sedimentkernen gewann, rekonstruierten sie die Klimageschichte Nordwestaustraliens für die vergangenen 20.000 Jahre mit hoher zeitlicher Präzision. Die Ergebnisse der Studie sind von Bedeutung für Prognosen der zukünftigen Klimaentwicklung Australiens, die ebenfalls durch eine starke Zunahme der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration und Erwärmung der Südhemisphäre gekennzeichnet sein wird.

Originalpublikation:
Kuhnt, W., Holbourn, A., Xu, J., Opdyke, B., De Deckker, P., Röhl, U., and Mudelsee, M. (2015): Southern Hemisphere control on Australian monsoon variability during the late deglaciation and Holocene. Nature Communications 6:5916, http://dx.doi.org/10.1038/ncomms6916.

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Kuhnt
Institut für Geowissenschaften an der CAU
Tel.: (0431) 880-2924
E-Mail: wk@gpi.uni-kiel.de

Weitere Informationen:

http://www.uni-kiel.de/pressemeldungen/index.php?pmid=2015-027-austral-monsun

Dr. Boris Pawlowski | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie