Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmalig Skorpione der Perm-Zeit entdeckt!

14.11.2011
Die Wissenschaftler des Museums für Naturkunde Chemnitz können mit ihrem Fund die Wissenslücke über die Entstehungsgeschichte von Skorpionen schließen. Besuchern werden die sensationellen Funde erstmals am 16. November 2011 präsentiert.

Der Versteinerte Wald Chemnitz ist eine äußerst ergiebige Fundstelle von über 290 Millionen Jahre alten Pflanzen- und Tierfossilien. Durch Vulkanausbrüche wurde ein gesamter Lebensraum unter meterhohen Ascheablagerungen verschüttet und konserviert. Heute sind diese Zeitzeugen inmitten von Chemnitz zu finden.

In einer vierjährigen Grabung wurden über 2000 Funde, darunter 53 versteinerte, noch aufrecht stehende Baumstämme, unzählige Blattabdrücke, fünf Ur-Saurier, mehrere Spinnen, Tausendfüßer und andere Arthropoden sowie hunderte Schneckenfunde dokumentiert und geborgen. Die VolkswagenStiftung fördert das zweijährige Forschungsprojekt am Museum für Naturkunde Chemnitz in ihrer Förderinitiative „Forschung in Museen“ mit 300.000 Euro.

In der jetzigen Phase der detaillierten Aufarbeitung entdeckten der Grabungsleiter Ralph Kretzschmar und der wissenschaftliche Volontär Volker Annacker mehrere fossile Skorpione. Darunter waren zwei besonders gut und komplett erhaltene Abdrücke von etwa zehn Zentimetern Länge. Skorpione stellen die ursprünglichste Gruppe innerhalb der Spinnentiere dar und zählen zu den ältesten Landtieren. Ihre Entwicklungsgeschichte ist bisher wenig erforscht. Fossile Nachweise der Skorpione reichen zwar bis in das Silur vor über 400 Millionen Jahren zurück, aber aus dem Perm war bisher kein Skorpion bekannt. Mit den aktuellen Funden können die Chemnitzer Wissenschaftler diese Lücke schließen.

„Anhand der kräftigen Scheren, des deutlichen Schwanzes sowie der vier Beinpaare wusste ich schnell, was ich vor mir habe“, sagt Ralph Kretzschmar über seinen Glücksgriff. Die Funde stammen aus dem fossilen Waldboden, der in fünf Metern Tiefe freigelegt wurde. Wie bei den Schneckenfunden gehen die Wissenschaftler um Dr. Ronny Rößler davon aus, dass dies der originäre Lebensraum dieser Räuber war, die in ihren Höhlen auf Beute lauerten.

Der Filmclip „Birgit & Jogi“ – online unter http://www.youtube.com/user/NaturkundeChemnitz abrufbar – erzählt auf unterhaltsame Weise die Hintergründe der Skorpion-Funde. Außerdem können Besucher die Sensationsfunde am 16. November 2011 im Museum für Naturkunde betrachten. Die fossilen Skorpione werden zusammen mit einem noch heute vorkommenden Waldskorpion präsentiert.

Die konkrete Bestimmung und Beschreibung der Skorpione wird in Kooperation mit Prof. Dr. Jörg Schneider der TU Bergakademie Freiberg und mit Kollegen des Museums für Naturkunde in Berlin erfolgen.

Kontakt
VolkswagenStiftung
Kommunikation
Jens Rehländer
Telefon: 0511 8381 380
E-Mail: rehlaender@volkswagenstiftung.de
Förderinitiative
Dr. Thomas Brunotte
Telefon: 0511 8381 297
E-Mail: brunotte@volkswagenstiftung.de
Weitere Auskunft und Kontakt
Museum für Naturkunde Chemnitz
PD Dr. Ronny Rößler
Telefon: 0371 4884 551
E-Mail: roessler@naturkunde-chemnitz.de
TU Bergakademie Freiberg
Geologisches Institut
Prof. Dr. Jörg Schneider
Telefon: 03731 39 2856
E-Mail: schneidj@geo.tu-freiberg.de

Jens Rehländer | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturkunde-chemnitz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften