Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreicher Abschluss der zweiten vom Forschungszentrum Jülich koordinierten Messkampagne im Projekt PEGASOS

23.07.2012
Sanfte Landung in Friedrichshafen

Erfolgreicher Abschluss der zweiten vom Forschungszentrum Jülich koordinierten Messkampagne im Projekt PEGASOS: Der Zeppelin NT ist nach dem Forschungsflug über Norditalien sicher in Friedrichshafen gelandet. Bei guten Wetterbedingungen brachte die Kampagne eine hervorragende Datenausbeute. Zu einer weiteren Messkampagne startet der Zeppelin im kommenden Jahr nach Nordeuropa.


Nach erfolgreicher Messkampagne im Landeanflug auf Friedrichshafen: der PEGASOS-Zeppelin.
Bildquelle: Zeppelin NT

"Wir sind mit dem Verlauf der Kampagne sehr zufrieden", zog Prof. Andreas Wahner vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK) eine erste Bilanz. "Wir konnten äußerst viele hochqualitative Messdaten sammeln, die schon jetzt neue Erkenntnisse zum Prozess der Partikelbildung und der Selbstreinigung der Atmosphäre erwarten lassen – ein in jeder Hinsicht erfolgreicher Projektabschnitt", fasste er zusammen.

Einen knappen Monat lang führten die Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Thomas Mentel und Dr. Franz Rohrer (beide Forschungszentrum Jülich) von Ozzano bei Bologna aus Messungen zur Luftqualität im Mittelmeerraum durch. Ergänzt wurden die Zeppelinflüge durch Messungen von Forschern um Dr. Maria Cristina Facchini vom "Institute of Atmospheric Sciences and Climate" (ISAC) des Italian National Research Council (CNR). Sie zeichneten parallel zu den Flugdaten an Bodenstationen in der Po-Ebene Daten zur Zusammensetzung der Atmosphäre auf.

Über Italien wurden insbesondere Daten zu photochemischen Prozessen in der planetarischen Grenzschicht gesammelt. Das ist die chemisch sehr aktive Luftschicht in einer Höhe von 100 bis 2000 Metern. Die Forscher maßen zum einen Schwebeteilchen in der Luft, zum anderen das "Waschmittel" der Atmosphäre, das chemische Hydroxylradikal (OH-Radikal). Daten zu deren Entstehung und ihrer Mitwirkung im Klimageschehen sollen unter anderem Aufschluss über die Selbstreinigungskraft der Atmosphäre geben. Die Messreihen werden die Daten vom Flug in die Niederlande ergänzen.

"Die detaillierte Analyse der Daten wird nun Aufschluss geben über den Prozess der Partikelbildung in den untersten Schichten der Atmosphäre und über die Effizienz des Spurenstoffabbaus unter sehr unterschiedlich durch Abgase belasteten Bedingungen", sagte Wahner, Direktor des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung – Troposphäre. Die Wetterbedingungen für die Flüge seien günstig gewesen, alle Messgeräte hätten sehr gut durchgehalten, daher sei die Datenausbeute hervorragend. "Die Projektziele bis hierher konnten voll erreicht werden. Wir sehen schon jetzt in den vorläufigen Daten, dass wir neue Erkenntnisse zur Selbstreinigung und Aerosolbildung erhalten werden, die für das Verständnis zukünftiger Klimaentwicklung und die Erarbeitung von Luftqualitätsmaßnahmen sehr wichtig sind", schloss er.

In dem EU-Großforschungsprojekts "PEGASOS" erforschen insgesamt 26 Partner aus 14 europäischen Staaten sowie Israel Zusammenhänge zwischen Atmosphärenchemie und Klimawandel. Ihr Ziel ist es, Grundlagen für Gesetze und Maßnahmen für Klima und Luftqualität der kommenden 50 Jahre zu schaffen. Die Messkampagnen mit dem Zeppelin NT liefern den Hauptteil der experimentellen Daten aus einer bislang nur sehr wenig untersuchten Schicht der Atmosphäre.

Nach erfolgreicher Messkampagne im Landeanflug auf Friedrichshafen: der PEGASOS-Zeppelin. (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.)

Quelle: Zeppelin NT

Mehr Informationen zu dem Projekt in der Pressemitteilung vom 4. Mai zum offiziellen Auftakt der Kampagne

Weitere Bilder

Weitere Informationen:
Blog zur Zeppelin-Kampagne (englisch):
http://eu-PEGASOS.blogspot.de/
Projekt PEGASOS (englisch):
http://PEGASOS.iceht.forth.gr/
Detaillierte Flugroute für die Kampagne 2012 (Ansicht in Google Earth):
http://eu-PEGASOS.blogspot.de/2012/03/planned-transfer-routes-for-west.html
Jülicher Klimaforschung mit dem Zeppelin NT:
www.fz-juelich.de/zeppelin
Forschungszentrum Jülich, Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8):

www.fz-juelich.de/iek/iek-8/

Zeppelin NT:
www.zeppelinflug.de/
Wissenschaftsjahr 2012 – Zukunftsprojekt Erde:
http://www.zukunftsprojekt-erde.de/
Informationen zum 7. Forschungsrahmenprogramm der EU:
http://cordis.europa.eu/fp7/home_en.html
Informationen zur Europäischen Kommission, Forschung & Innovation, Umweltforschung:
http://ec.europa.eu/research/environment/index_en.cfm?

Ansprechpartner:
Prof. Andreas Wahner
Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel: 02461 61-5932
E-mail: a.wahner@fz-juelich.de
PD Dr. Astrid Kiendler-Scharr
Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel: 02461 61-4185
E-mail: a.kiendler-scharr@fz-juelich.de
PD Dr. Thomas Mentel
Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel: 02461 61-6921
E-mail: t.mentel@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Erhard Zeiss
Tel. 02461 61-1841
e.zeiss@fz-juelich.de

Erhard Zeiss | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus
19.02.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verlässliche Quantencomputer entwickeln

22.02.2018 | Informationstechnologie

Histologie in 3D: Neue Färbemethode ermöglicht Nano-CT-Aufnahmen von Gewebeproben

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung

22.02.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics