Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieverbrauch in der Fläche erfassen: RUB-Geographen entwickeln neue Methode für Geomonitoring

23.06.2009
Projektstart: "Geomonitoring für Energieeffizienz in NRW"

Geographen der Ruhr-Universität entwickeln gemeinsam mit Partnern im Projekt "Geomonitoring für Energieeffizienz NRW" erstmals eine Methode, um den Energieverbrauch von Gebäuden und ihrer Umgebung großflächig zu erfassen. Langfristiges Ziel ist, die Energieeffizienz des gesamten Gebäudebestandes des Landes Nordrhein-Westfalen zu bestimmen.

Das geplante Geomonitoring macht Aussagen über die Energiebilanz größerer Areale und lässt sich als Grundlage für gezielte Modernisierungen nutzen. Projektpartner sind die AG Geomatik der Ruhr-Universität, das Dortmunder Center for Geoinformation (CFGI GmbH) und die Bochumer ESN realis GmbH. Zum offiziellen Start erhielten sie heute in Dortmund den Förderbescheid des Landes NRW in Höhe von 150.000 Euro für acht Monate, überreicht von Wirtschaftsministerin Christa Thoben. Das Projekt gehört zu den Siegern des Landeswettbewerbs "progres.nrw.".

Ist-Zustand flächendeckend erfassen

Will der Eigentümer eines Gebäudes, zum Beispiel als Vermieter, wissen, wie hoch der Energieverbrauch der Immobilie ist und wo die Schwachstellen liegen, so lässt sich das heute für einzelne Objekte relativ einfach ermitteln - zum Beispiel mit einer Wärmebildkamera. "Bisher existiert jedoch keine Methode zur großflächigen Einschätzung der Energieeffizienz einzelner Gebäude. Eine flächendeckende Aussage zum Ist-Zustand sowie zu den Veränderungen der Energieeffizienz aufgrund erfolgter Sanierungen im Immobilienbestand ist nicht möglich", so Prof. Dr. Carsten Jürgens, Leiter der Arbeitsgruppe Geomatik an der Ruhr Universität Bochum.

Satelliten liefern die nötigen Daten

Der Clou des künftigen Verfahrens: Die Wissenschaftler nutzen thermale Infrarotbilder von Erdbeobachtungsatelliten. "Die Satelliten umkreisen die Erde und erfassen deren Zustand in regelmäßigen Intervallen - das ermöglicht Wiederholungsaufnahmen, wodurch wir Zustandsveränderungen erfassen können", so Jürgens. Damit lassen sich große Flächen in einem einzelnen Bild erfassen - und vergleichen. Zunächst werden so genannte Hotspots anhand der Daten identifiziert, der Erfolg von Sanierungsmaßnahmen lässt sich dann später exakt dokumentieren. "Damit kann man Modernisierungsmaßnahmen punktgenau festlegen und gezielt fördern", so Jürgens.

Mehrere Methoden kombinieren

Das Ergebnis des Projekts wird ein neues Verfahren zum Geomonitoring sein: Es verbindet konventionelle Methoden zur Einschätzung von Gebäude-Energiebilanzen mit Geoinformationen und Geoinformationssystemen zur Verarbeitung der Daten. "Es ist wichtig, über den Tellerrand etablierter Methoden hinaus zu denken und Wissenszweige neu miteinander zu kombinieren", sagt Dr. Bodo Bernsdorf, Geschäftsführer der CFGI GmbH. Zielgruppen und spätere Anwender des Verfahrens sind das Land NRW und die Kommunen, es ist aber zum Beispiel auch interessant für Energieversorger und Stadtwerke, die damit die Bedarfssituation und Versorgungssicherheit in Zukunft genauer planen können.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Carsten Jürgens, AG Geomatik, Geographisches Institut, Fakultät für Geowissenschaften der RUB, Tel. 0234/32-23376, E-Mail: carsten.juergens@rub.de

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie