Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein uraltes Spinnentier läuft wieder

09.07.2014

Eine beeindruckende Videosequenz, begründet auf Fossilien eines 410 Millionen Jahre alten ausgestorbenen Spinnentieres zeigt, wie eines der ersten räuberischen Landtiere damals herumlief.

Forscher aus der Universität Manchester (UK) und des Museums für Naturkunde Berlin nutzten sehr gut erhaltene Fossilien aus dem Natural History Museum London um einen Film anzufertigen, der das wahrscheinliche Laufverhalten dieser ausgestorbenen Tiere zeigt. Die Studie wird heute in einem Sonderband des Journal of Paleontology veröffentlicht.

Die Wissenschaftler nutzten Dünnschliffe des Steins die das Tier im Querschnitt zeigen, um die Bewegungsmöglichkeiten dieses Urspinnentieres, einem Verwandten der Webspinnen, darzustellen. Durch vergleichende Studien mit lebenden Spinnentieren nutzten sie ein freiverfügbares (Open Source) Graphikprogramm namens ‚Blender‘ um ein Video zu kreieren, welches die Tiere beim Laufen zeigt.

“Wenn es um das erste Leben auf dem Land geht, lange bevor unsere Vorfahren aus dem Meer kamen, waren diese Spinnentiere die wichtigsten Raubtiere“, sagte Autor Dr. Russell Garwood, Paläontologe der Universität Manchester. “Die Tiere sind ausgestorben, aber vor 300 bis 400 Millionen Jahren waren sie zahlreicher als Webspinnen. Dank der Computergraphik als Werkzeug können wir besser verstehen, wie sie wahrscheinlich gelaufen sind – alles dank kleiner Stücke eines Steins, die die Gelenke der Beinglieder zeigen.“

Koautor Dr. Jason Dunlop, Spinnenexperte vom Museum für Naturkunde Berlin, sagte: “Diese Fossilien aus der Steinformation ‚Rhynie Chert‘ sind ungewöhnlich gut erhalten. Während meiner Doktorarbeit konnte ich auf einem guten Bild nachvollziehen, wie sie zu Lebzeiten ausgesehen haben. Unsere neue Studie ist weitergegangen und zeigt, wie sie sich wahrscheinlich bewegt haben. Besonders spannend ist die Tatsache, dass die Wissenschaftler selbst solche Animationen machen können, ohne den technischen Aufwand und die immensen Kosten eines ‚Jurassic Park‘-ähnlichen Hollywood-Films. Als ich anfing, mit Fossilspinnentieren zu arbeiten, waren wir froh, eine Skizze dieser Kleinleberwesen anfertigen zu können; und jetzt laufen sie sogar auf unseren Bildschirmen!“

Diese Studie ist Teil eines Sonderbandes über 3D-Bilder und dazugehörige Untersuchungen von Fossilien, veröffentlicht in der amerikanischen Fachzeitschrift Journal of Paleontology. Dank frei verfügbarer Software kann heutzutage jeder zuhause so ein Projekt versuchen.

Veröffentlicht in: Garwood, R. J. & Dunlop, J. A. 2014. The walking dead: blender as a tool for palaeontologists with a case study on extinct arachnids. Journal of Paleontology. DOI: 10.5061/dryad.1v2s7

Die Animation finden Sie hier:

https://drive.google.com/file/d/0B2KhlzGhKIfTREpZYURIRjI4OHM/edit?usp=sharing

Fotos können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Dr. Gesine Steiner | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.naturkundemuseum-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Unterschiedliche Erwärmung von Arktis und Antarktis: Forscher sieht Höhenunterschied als Ursache
18.05.2017 | Universität Leipzig

nachricht Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Bewohner der Arktis aus?
18.05.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie