Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die “Oasenbildung” in Ozeanen

30.10.2014

Im Rahmen einer vom IRD (Forschungsinstitut für Entwicklung) koordinierten internationalen Studie konnte die bedeutende Rolle der ozeanischen Dynamik auf die Strukturierung von marinen Ökosystemen herausgestellt werden.

Ozeane sind in ständiger Bewegung. Von Zeit zu Zeit kommt es zu ozeanischen Turbulenzen, die zur Bildung von “Oasen” führen, auf denen sich die meisten marinen Organismen, vom Zooplankton bis hin zu Fischen ansiedeln.

Forscher des IRD und des CNRS (französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung) haben die Mechanismen dieser Oasenbildung untersucht, um ihre Ansiedlung vorherzusagen.

Mithilfe von Daten, die über Echolote und GPS-Tracks von Tölpeln und Kormoranen gewonnen wurden, konnten vor der Küste Perus Oasen genauer untersucht werden. Die so gewonnenen Informationen wurden mit Modellen der ozeanischen Dynamik gekoppelt.

Die Forscher fanden heraus, dass die Meeresdynamik im kleinen Maßstab dabei die größere Rolle spielt. Sie ist bislang nur wenig erforscht und beschreibt Phänomene in einem Umkreis von einigen hundert Metern bis zu wenigen Kilometern.

Das Zooplankton ist der Beginn der gesamten Nahrungskette: es ernährt die Fische, die wiederum zum Futter der Meeresvögel werden. So entstehen Ökosysteme in ständigem Wandel, deren Lokalisierung von den Wellen und den ozeanischen Turbulenzen abhängt.

Es ist jedoch zu befürchten, dass der aktuelle Klimawandel, der die Stratifizierung der Ozeane [1] verstärkt, dazu führt, dass sich die Anzahl und die Größe dieser Oasen verringern.

Ein besseres Verständnis der Oasenbildung und eine bessere Vorhersage der Verteilung dieser Oasen könnten künftig dazu beitragen, die Fischressourcen nachhaltiger zu bewirtschaften, beispielsweise durch eine flexible Einrichtung von marinen Schutzgebieten.


[1] Stratifizierung der Ozeane bedeutet einen Temperaturanstieg an der Wasseroberfläche, wodurch die Gewässerschichten an Durchlässigkeit verlieren und so weniger Nährstoffe aus der Tiefe an die Oberfläche gelangen. Dadurch erhält auch das Plankton weniger Nahrung.

Weitere Informationen: Bertrand Arnaud, Grados D., Colas F., Bertrand S., Capet X., Chaigneau A., Vargas G., Mousseigne A., Fablet R., “Broad impacts of fine-scale dynamics on seascape structure from zooplankton to seabirds”, Nature Communications 5: 5239, 2014.

Quelle: “Le rôle majeur des « oasis » océaniques dans les interactions entre organismes marins”, Pressemitteilung des IRD, Marseilles – 15.10.2014 – 

https://www.ird.fr/toute-l-actualite/actualites/communiques-et-dossiers-de-presse/le-role-majeur-des-oasis-oceaniques-dans-les-interactions-entre-organismes-marins 

Redakteur: Sean Vavasseur, sean.vavasseur@diplomatie.gouv.fr


Weitere Informationen:

http://www.wissenschaft-frankreich.de

Marie de Chalup | Wissenschaft Frankreich

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie