Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsch-kalifornisches Engagement für die Erde

10.07.2012
Fünf Max-Planck-Institute und das Scripps Institut für Ozeanografie der Universität San Diego kooperieren, um Veränderungen des Erdsystems zu erforschen.

'It never rains in Southern California' lautet der Titel eines bekannten Songs von Albert Hammond. Ob in Zukunft noch mehr Regionen der Welt mit wenig Regen auskommen müssen und wie sich das System Erde verändern wird, sind zentrale Fragen einer neuen Forschungskooperation.

Am 8. Juni 2012 schlossen fünf Max-Planck-Institute, das Scripps Institut für Ozeanografie (SIO) und die Abteilung für Physik der Universität San Diego (UCSD) eine entsprechende Vereinbarung zur langfristigen Zusammenarbeit in der Erdsystemforschung.

Dr. Tony Haymet, Direktor des Scripps Instituts für Ozeanografie, Prof. Dr. Meinrat O. Andreae, Direktor der Abteilung Biogeochemie des Max-Planck-Instituts für Chemie und Prof. Dr. Paul Yu, Vizekanzler der Forschungsinitiativen der Universität San Diego nahmen an der offiziellen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit dem Namen SPOCES in San Diego teil. SPOCES steht für SIO/UCSD-Max Planck Program for Observing the Changing Earth System.

„Wir verändern die Erde mit zunehmender Geschwindigkeit, so dass wir Synergien in der Forschung schaffen müssen. Daher werden wir unsere Forschungsprogramme genau aufeinander abstimmen“, sagte Andreae anschließend, der die Vereinbarung im Namen der Max-Planck-Institute für Biogeochemie, für Chemie, für Meteorologie, für Dynamik und Selbstorganisation und für marine Mikrobiologie unterschrieb. Andreae ist auch Sprecher der Partnerschaft Erdsystemforschung der Max-Planck-Gesellschaft.

„Diese Unterzeichnung formalisiert die laufende und künftige Zusammenarbeit des Scripps mit den Max-Planck-Instituten der Erdwissenschaften“, sagte Prof. Dr. Lynn Russell vom Scripps Institut für Ozeanografie. „Das Fachwissen beider Institutionen wird neue Wege für das Verständnis und die Bewältigung der komplexen multidisziplinären Probleme der Klimawissenschaft ebnen.“ Die Atmosphärenchemikerin trug entscheidend dazu bei, Forscher aus beiden Institutionen zusammenzubringen, um die Kooperation zu definieren.

Professor Dr. Susan Trumbore, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biogeochemie, erhofft sich mehr Austausch unter jungen Forschern. „Im Zentrum unserer Zusammenarbeit wird die Ausbildung stehen. Bereits im Herbst werden einige Doktoranden und Dozenten aus San Diego an einem Kurs in Deutschland teilnehmen“, sagte die Geochemikerin.

„Die umfangreiche Erfahrung der Wissenschaftler am SIO in der Beobachtung der Atmosphären- und Ozeanzirkulation, insbesondere über dem Pazifik, passt sehr gut zur Erdsystemmodellierung an unserem Institut“, ergänzte Bjorn Stevens, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. „Wir erwarten, dass SPOCES Forschern auf beiden Kontinenten den Zugang zu den besten verfügbaren Arbeitsmitteln und der ganzen Bandbreite von Erfahrung ermöglicht, um das sich ändernde Klima zu verstehen.“

Die deutsch-kalifornische Forschungsvereinbarung SPOCES baut auf einer langjährigen Zusammenarbeit der Institutionen beispielweise bei Klimastudien auf und hat unter anderem folgende Schwerpunkte:

• Die langfristige Beobachtung von Treibhausgas-Emissionen und der Atmosphäre über sogenannten Hot-Spots des globalen Wandels wie Sibirien oder die Amazonas-Region.

• Die Untersuchung von Prozessen und Eigenschaften von Aerosolen und Wolken

• Einfluss des südasiatischen Monsuns auf die Chemie der Atmosphäre und das Klima

Untersuchen werden die Naturwissenschaftler nicht nur die Atmosphäre, sondern alle Räume der Erde einschließlich der Meere und des Polareises. Hierzu werden sie wissenschaftliche Geräte gemeinsam nutzen und zusammen Seminare und Symposien veranstalten. Zudem ist der gezielte Austausch von Wissenschaftlern geplant. So können sich Doktoranden und Postdoktoranden der Max-Planck-Institute in Kürze für einen Aufenthalt in Kalifornien bewerben. Ansprechpartner sind die Programmkoordinatoren Russell und Andreae.

Die Finanzierung der SPOCES-Aktivitäten Programm wird von den beteiligten Organisationen getragen.

Über die Partnerschaft Erdsystemforschung
Die Partnerschaft Erdsystemforschung (ESRP) bündelt die wissenschaftliche Exzellenz verschiedener Forschungsrichtungen, um die Funktionsweise des komplexen Systems Erde sowie die Konsequenzen menschlicher Aktionen auf das Erdsystem besser zu verstehen. Die ESRP besteht aus den drei Max-Planck-Instituten für Biogeochemie in Jena, für Chemie in Mainz und für Meteorologie in Hamburg. Während des letzten Jahrhunderts veränderten sich Klima, Luftqualität, Biodiversität und Wasserverfügbarkeit merklich. Um Lösungen für die Probleme zu finden, die diese Veränderungen hervorrufen, studiert die ESRP die komplexen Interaktionen und Rückkopplungen von Land, Ozean, Atmosphäre, Biosphäre und dem Menschen im Feld, im Labor und durch Modelle.
Über das Scripps Institut für Ozeanografie
Das Scripps Institut für Ozeanografie an der Universität California in San Diego ist eines der weltweit ältesten, größten und wichtigsten Zentren für globale wissenschaftliche Forschung und Lehre. Der wissenschaftliche Rahmen der Institution hat sich im zweiten Jahrhundert um biologische, physikalische, chemische, geologische, geophysikalische und atmosphärische Studien des Erdsystems erweitert. Heutzutage sind Hunderte von Forschungsprogrammen mit einer breiten Palette wissenschaftlicher Fragestellungen in 65 Ländern aktiv. Die Institution hat etwa 1.400 Mitarbeiter und einen jährlichen Etat von etwa 170 Mio. USD von Bund, Ländern und privaten Quellen. Scripps betreibt Roboter-Netzwerke und mit vier Schiffen eine der größten US-amerikanischen Forschungsflotten. Zudem hat es eine Meeresforschungs-Plattform für weltweite Entdeckungen. Das Birch-Aquarium am Scripps Institut dient als Informationszentrum und veranschaulicht die Scripps-Forschung. In Ausstellungen zeigt es vielfältige Meereslebewesen und zieht jährlich mehr als 415.000 Besucher an.

Dr. Susanne Benner | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpic.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege
23.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ

nachricht Klimawandel schwächt tropische Windsysteme
20.10.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie