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Blei verfälscht das Alter

07.04.2015

Die ungleichmäßige Verteilung von Bleikugeln in Zirkon kann aber bei Blei-Isotopenbestimmungen mit hochauflösenden Ionensonden zu falschen Altersbestimmungen führen

Gestein verliert nicht das Gedächtnis, aber es fälscht sein Alter: Selbst wenn sich Gestein bei Ultra-Hochtemperaturen bis zu 1120 °C umwandelt, verliert es nicht das Blei, das bei radioaktivem Zerfall von Elementen im Erdmantel entsteht.


Zirkon aus der Ost-Antarktis mit Nano-Kügelchen aus reinem Blei unter dem Transmissionselektronenmikroskop TEM. Die Gesteinsprobe ist älter als 3,4 Mrd. Jahre. (Foto: GFZ)

In sehr alten Zirkonen mit Milliarden von Jahren Erdgeschichte auf dem Buckel finden sich noch Nano-Kugeln aus reinem Blei.

Die ungleichmäßige Verteilung von Bleikugeln in Zirkon kann aber bei Blei-Isotopenbestimmungen mit hochauflösenden Ionensonden zu falschen Altersbestimmungen führen.

Gerade Zirkon ist für die Altersbestimmung über Milliarden Jahre hinaus gut geeignet und die Zirkon-Geochronologie ist eine weit verbreitete Methode zur geologischen Datierung.

Eine internationale Gruppe von Geoforschern hat nun Zirkone aus sehr alten, hochtemperierten Gesteinen der Ost-Antarktis mit dem Transmissionselektronenmikroskop TEM am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ untersucht.

Bei der Untersuchung dieser mehr als 3,4 Milliarden alten Gesteine fanden sie Nano-Kugeln aus reinem Blei im Zirkon mit nur 5 bis 30 Nanometer im Durchmesser.

Monika A. Kusiak et al.: “Metallic lead nanospheres discovered in ancient zircons", Proceedings of the National Academy of Sciences, PNAS Early Edition, 06.04.2015, DOI: doi/10.1073/pnas.1415264112

Franz Ossing | Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de/

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