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Meeresforscher erkunden Schlammschnellstraßen

18.04.2002


Ein europäisches Forscherteam hat nachgewiesen, dass Schlamm über Spalte im Meeresboden in die Tiefsee transportiert wird. Der Schlamm häuft sich an im Oberlauf der Unterseespalten. Am Ende der Spalten stürzen Schlammlawinen in die Tiefsee. Wissenschaftler des niederländischen Instituts für Meeresforschung (NIOZ) erläuterten ihre Befunde auf einem internationalen Kongress vom 7. bis 10. April.

Mit Bodenlandern, an Bord des Schiffs R.V. Pelagia, erforschten Forscher den Nazaré Canyon vor der Küste Portugals. Dies ist eine der größten Unterseespalten der Welt. Der Canyon beginnt beim Strand. Hundertfünfzig Kilometer weiter mündet er in der Tiefseeebene in einer Tiefe von fünf Kilometern. Lokal schneidet der Canyon über einen Kilometer tief in dem Kontinentalhang. Die Forscher maßen im Boden des Canyons eine ungewöhnlich hohe biochemische Aktivität. Der Schlamm enthält organisches Material, das als Nahrung für das reiche Bodenleben im Canyon und in der Tiefseeebene dienen kann. Der Schlamm ist jedoch möglicherweise vermischt mit chemischen Verunreinigungen stammend vom menschlichen Handeln. Außerdem erwies sich, dass das Wasser im Canyon auffallend trüb ist. Das weist auf einen erhöhten Transport von Bodenschlammpartikeln hin. Der Schlamm im Canyon häuft sich schnell an. Dadurch wird der Boden instabil. Die Forscher wiesen nach, dass der angehäufte Schlamm als eine Unterseeschlammlawine vom Hang in die Tiefseeebene hinabstürzt. Dies geschieht in Zeitabständen von Jahrzehnten bis einigen hundert Jahren. Mit dem schnellen Wachstum der Weltbevölkerung nimmt die Nutzung der kontinentalen Marge, der Übergangsbereich zwischen dem Festland und dem offenen Meer, in hohem Tempo zu. Dadurch wird der Druck auf marine Ökosysteme immer größer. Ökosysteme, die in der Nähe des Festlands liegen, wurden verhältnismäßig umfassend studiert. Die Ränder des Festlandsockels und des Kontinentalhangs sind jedoch lange zu wenig beachtet worden.
Nähere Informationen bei Dr. Eric Epping (Niederländisches Institut für Meeresforschung), Tel. +31 (0) 222 369444, Email: epping@nioz.nl oder Dr. Henko de Stigter, Tel. +31 (0) 222 369401, E-Mail: stigter@nioz.nl. De Stigter war vom 7. bis 10. April auf einem internationalen Kongress über Canyons in Spanien anwesend, um seine Befunde zu erläutern.

Msc Michel Philippens | idw

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