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In der Vergangenheit war Grönland wirklich grün, decken Forscher auf

12.07.2007
Den Ergebnissen einer neuen Forschungsarbeit zufolge war Grönland einmal richtig grün gewesen. Aus ihr geht hervor, dass das südliche Hochland des Landes mit einem üppigen nördlichen Nadelwald bewachsen war.

Die teilweise über das Marie-Curie-Programm der EU finanzierte Arbeit wurde in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Die Forscher kamen zu dieser Schlussfolgerung, nachdem sie die alte DNA aus der Basis eines Eiskerns analysiert hatten, den sie am Standort Dye 3 in Südgrönland entnommen hatten. Die Proben deckten auf, dass es an diesem Standort Erlen, Fichten, Pinien und Eiben gegeben hatte sowie wirbellose Tiere wie Käfer, Fliegen, Spinnen, Schmetterlinge und Motten.

Die Proben konnten auf 450.000 und 800.000 Jahre zurück datiert werden, wodurch sie die älteste überprüfte DNA darstellen, die bislang ermittelt werden konnte.

"Die Analyse alter Biomoleküle, die aus Schichten unter den Gletschern und Eisflächen stammen, ist sehr schwierig, da die Konzentrationen sehr gering sind, aber die daraus zu gewinnende Information lohnt die Mühen", kommentiert Dr. Enrico Cappellini von der Universität York, einer der Autoren des Artikels.

Da die umweltbedingten Beschränkungen dieser Pflanzen bekannt sind, glauben die Forscher, dass die Durchschnittstemperaturen im Juli zu dieser Zeit über +10 Grad Celsius und die Wintertemperaturen nicht unter -17 Grad Celsius gelegen haben müssen.

"Diese Erkenntnisse erlauben es uns, die Umwelt des Zeitpunkts, aus dem diese Proben stammen, genauer zu rekonstruieren. Wir haben gelernt, dass dieser Teil der Erde einst sehr viel wärmer war, als die meisten Menschen glaubten", erklärt Dr. Martin Sharp von der Universität Alberta.

Als die Temperaturen in der darauf folgenden Eiszeit sanken, verschwand dieser alte arktische Wald und das Land wurde unter einer Eisschicht begraben. Als die Temperaturen vor rund 116.000 bis 130.000 Jahren dann wieder anstiegen, blieb die Eisdecke erhalten, obwohl es zu der Zeit rund 5 Grad wärmer war als heute.

"Sollten unsere Daten stimmen, bedeutet das, dass die Eiskappe in Südgrönland stabiler ist, als gedacht", sagt Professor Eske Willerslev von der Universität Kopenhagen, der die Untersuchung leitete. "Das könnte Implikationen dafür haben, wie die Eisfläche auf die globale Erwärmung reagiert."

Jedoch bemerkt Professor Willerslev schnell, dass dies nicht bedeutet, dass wir uns keine Sorgen über steigende Meeresspiegel als Folge der globalen Erwärmung zu machen bräuchten.

Wir wissen, dass der Meeresspiegel während der letzten Zwischeneiszeit um fünf bis sechs Meter angestiegen war. Dieser Anstieg muss aber auf andere Quellen zusätzlich zur Eiskappe Grönlands, beispielsweise auf antarktisches Eis zurückgeführt werden", stellt er fest. "Ich würde voraussagen, dass diese Quellen im Laufe der Erderwärmung durch den vom Menschen gemachten Klimawandel ebenfalls zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen werden."

| CORDIS Pressedienst
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org/

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