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Der Untergrund im Glaskristall

05.07.2007
"Das lässt tief(er) blicken" lautet der Titel des Projektes, mit dem Geologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in diesem Jahr bereits mehrfach für Aufsehen sorgten. Sie haben ein digitales geologisches 3-D-Modell für das 135 Quadratkilometer umfassende Stadtgebiet Halles erstellt.

Jetzt zeigen sie in einer weiteren innovativen Form, wie es unter unseren Füßen aussieht: Mittels Laser-Gravur-Technik ist ein 3-D-Glaskristallmodell des Untergrunds von Bitterfeld entstanden. Die außergewöhnliche Darstellung in einem transparenten Festkörper ist erstmals bei der 6. Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag, 6. Juli 2007, zu sehen.

Die Wissenschaftler stellen dabei einen Prototypen des maßstabsgetreuen Glaskristallmodells vor, das mit 1,7 Millionen Laser-Punkten hergestellt wurde. Die Präsentation wird durch eine Video-Animation und weitere 3-D-Feststoff-Modelle ergänzt.

"Das hier erstmals angewendete Laser-Gravur-Verfahren erlaubt eine sehr präzise Darstellung der erstellten digitalen geologischen 3-D-Raummodelle als Abbildung in einem transparenten Festkörper und kann auf diese Art von allen Seiten in seinem räumlichen Zusammenhang betrachtet werden", erklärt Prof. Dr. Peter Wycisk, Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät III. "Dies war bisher nicht möglich, da die Strukturmodelle nur als vertikale oder horizontale Schnitte oder als isolierte Einzelkörper abgebildet werden konnten." Die in der Fachgruppe Hydro- und Umweltgeologie der Martin-Luther-Universität eingesetzten Modellierwerkzeuge zur Erstellung der hoch auflösenden geologischen 3-D-Modelle, stellen die Basis für die am 6. Juli erstmals gezeigte Laser-Gravur in Kristallglas mit einer hohen Brillanz dar.

Der erstellte Prototyp besteht aus einem Glaskristallwürfel mit zehn Zentimetern Kantenlänge und zeigt neun individuelle Gesteinsschichten des Untergrundes. Das sehr ortsgenaue Modell entspricht einer Fläche von vier mal vier Kilometern in der Natur bei einer 20-fachen vertikalen Überhöhung.

Durch die hohe Auflösung und den realen Raumbezug von Einzelinformationen wird die Struktur, der Verlauf und die Verbreitung geologischer Einheiten sowie ihre räumliche Beziehung zur Erdoberfläche durchsichtig hergestellt. Derartige Modelle lassen sich sowohl unter fachtechnischen und planungsrelevanten als auch unter didaktischen Gesichtspunkten in der Ausbildung und Schulung einsetzten. "Besonders im Hinblick auf Präsentationen bei Ausstellungen und Museen dürften derartige Objekte, welche ein visuelles Erfassen von räumlichen Strukturen ermöglichen, interessant sein", sagt Peter Wycisk.

Das geologische 3-D-Laser-Gravur-Modell wurde in Zusammenarbeit mit der Firma STARGLAS Lasertechnik GmbH, Rödinghausen, umgesetzt.

Termin:
Das 3-D-Glaskristallmodell ist erstmals bei der 6. Langen Nacht der Wissenschaften am 6. Juli 2007 in Halle zu sehen. Es wird von 19 bis 1 Uhr ausgestellt im Institut für Geowissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Von-Seckendorff-Platz 3/4 (Haus 3, 1. Etage Mitte).
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Peter Wycisk
Tel.: 0345/5526134
E-Mail: peter.wycisk@geo.uni-halle.de
Ansprechpartnerin für die Lange Nacht der Wissenschaften:
Dr. Margret Hempel
Tel.: 0345 55 21426
E-Mail: lndw@verwaltung.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaftsnacht-halle.de

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