Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ENFORCHANGE - Waldnutzung anhand von Modellregionen erforscht

30.05.2007
Wissenschaftler der TU Dresden entwickeln langfristige Nutzungsstrategien

Die Dübener Heide und die Obere Lausitz sind zwei typische Landschaften im mittleren und östlichen Europa - typisch durch das Mosaik aus Wald, Landwirtschaft und Siedlungen. Durch frühere intensive industrielle Nutzung schwer belastet, sollen diese Waldlandschaften fit für die Zukunft gemacht werden. Tourismus und Naturschutz werden dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Diese weitreichenden Veränderungen begleitet ENFORCHANGE, ein auf vier Jahre angelegtes Forschungsprojekt im Programm "Forschung für Nachhaltigkeit" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Koordiniert wird das fachübergreifende Projekt, an dem neben Bodenkundlern, Wasserwirtschaftlern, und Meteorologen auch Politik- und Kommunikationswissenschaftler mitarbeiten, am Institut für Bodenkunde und Standortslehre der Technischen Universität Dresden.

Die Tharandter Wissenschaftler können dabei auf umfangreiche Messdaten aus über vierzig Jahren Forschung zurückgreifen. Speziell die Region der Dübener Heide im Norden Sachsens, wo bis Ende der achtziger Jahre der Braunkohletagebau die Landschaft zerstörte, ist akribisch dokumentiert. Von 1910 bis 2000 mussten die dortigen Wälder mehr als 12 Millionen Tonnen Schwefel und allein 18 Tonnen Flugasche verkraften. Das Pflanzenspektrum veränderte sich, um das Ballungsgebiet Leipzig-Halle-Bitterfeld herum starben die Wälder.

... mehr zu:
»ENFORCHANGE »Waldnutzung

Die langfristigen Folgen sind immer noch schwer abzuschätzen, aber Projektleiter Prof. Franz Makeschin ist prinzipiell zuversichtlich: "Noch nicht einmal zwanzig Jahre nach der Wende, die für die Landnutzung dieser Regionen sicher einen radikalen Einschnitt darstellte, präsentieren sich die Wälder bereits wieder in einer gesunden Vielfalt, die wir damals kaum so schnell für möglich gehalten hätten. Mit ENFORCHANGE wollen wir die Menschen vor Ort unterstützen, diese neuen Möglichkeiten besser zu nutzen. Damit schaffen wir die Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die auch die veränderten Umweltbedingungen mit in die Planung einbezieht."

Mithilfe der gesammelten Waldwachstumsdaten und ergänzenden Messungen haben die Forscher die Entwicklung der Region in einem Modell nachgebildet. Indem sie verschiedene Klimaszenarien einbeziehen und auch die veränderten Sozialstrukturen berücksichtigen, können sie recht genau vorhersagen, wie die Wälder der Zukunft aussehen werden und wie sie am besten genutzt werden könnten. Der Wald soll dabei wieder als regionaler Wirtschaftsfaktor etabliert und in ein vielfältiges Nutzungskonzept eingebunden werden.

Auf forstwissenschaftlichen Konferenzen, aber auch in der Zusammenarbeit mit Forstbetrieben, die neben Schulprojekten einen Schwerpunkt der Projektarbeit ausmachen, transferieren die Wissenschaftler regelmäßig die Ergebnisse von ENFORCHANGE. Neue Erkenntnisse über das Management von Waldökosystemen, aber auch konkrete Simulationen des Wachstums bestimmter Waldformen sollen die Forstbetriebsplanung einfacher und das neue Wissen auch praktisch nutzbar machen.

Informationen für Journalisten: Prof. Franz Makeschin, Tel. 035203 38-31307
E-Mail: info@enforchange.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

Weitere Berichte zu: ENFORCHANGE Waldnutzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wetteranomalien verstärken Meereisschwund
16.01.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Material löst sich dynamisch statt kontinuierlich
16.01.2018 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie