Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umrisse eines Riesensees in Sahara entdeckt

13.04.2007
Mögliche Erklärung für größtes Grundwasser-Reservoir der Erde

Im Nordwesten Sudans sind auf Satellitenbildern die Umrisse eines riesigen Sees entdeckt worden. Laut NewScientist hat eine Wissenschaftlerin vom Boston University Center for Remote Sensing während Nachforschungen über die hydrologische Geschichte der Region die sich von der Umgebung abhebende Fläche auf dem Kartenmaterial gesehen. Die frühere Existenz des Riesensees stellt eine mögliche Erklärung dar, warum eines der trockensten Gebiete der Erde heute noch über das größte Grundwasser-Reservoir des gesamten Planeten verfügt. Auch untermauert die Entdeckung die Vermutung, dass die Sahara einst eine feuchte und grüne Region darstellte.

Die Ausmaße des Sees sind tatsächlich gewaltig. So erstreckt sich das auf den Satellitenbildern ersichtliche Segment auf über 250 Kilometer Länge und nimmt in seiner größten Ausprägung 30.750 Quadratkilometer ein. Gespeist wurde der Riesensee, der mit einem geschätzten Volumen von 2.500 Kubikkilometer etwa fünf Mal so groß wie der Erie-See war, von insgesamt neun Flüssen. Die Wissenschaftler vermuten, dass der See zumindest älter als 11.000 Jahre sein muss, da die Gegend seit dieser Zeit als trocken gilt. Es wird angenommen, dass ein Großteil des Wassers durch das Sandsteinsubstrat gesickert ist und sich schließlich in mehreren hundert Metern Tiefe als Grundwasser ansammelte.

Die Entdeckung der Küstenumrisse beschreiben die Wissenschaftler als puren Zufall. Um das Modell vervollständigen zu können, führten die Forscher die zunächst verwendeten Radarbilder mit geologischem Datenmaterial der NASA-Topographierungsmission "Shuttle Radar Topography Mission" aus dem Jahr 2000 zusammen. Das Wissen um die Existenz des Sees fügt sich in bisherige Erkenntnisse ein, dass das in der Sahara befindliche Grundwasser-Reservoir unter anderem von zwei riesigen Flüssen im Westen von Ägypten und Osten von Libyen gespeist wurde. Das Reservoir wurde im Jahr 1953 bei Ölbohrungen in Libyen entdeckt und fasst rund 150.000 Kubikkilometer Wasser. Neben Ägypten und Libyen wird das Grundwasser auch vom Sudan und vom zentralafrikanischen Staat Tschad genutzt.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.bu.edu/remotesensing/
http://www2.jpl.nasa.gov/srtm

Weitere Berichte zu: Grundwasser-Reservoir Libyen Riesensee Sahara

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Zeppelin, Drohnen und Forschungsschiffe untersuchen Wattenmeer und Elbe
19.09.2017 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik