Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensationelle Kieselschwammriffe vor West-Kanada entdeckt

04.02.2002



Stuttgarter Geologe an Forschung maßgeblich beteiligt

Als wissenschaftliche Sensation bezeichnet der Geologe Manfred Krautter von der Universität Stuttgart die Entdeckung der großen Kieselschwamm-Riffe vor der Westküste Kanadas. Diese Hohltiere, die in einer Tiefe zwischen 165 und 240 Metern leben - hier herrschen ganzjährig Temperaturen zwischen vier und sechs Grad -, waren vor 160 Mio. Jahren in weiten Teilen der Erde häufig. Der Geologe, der 1999 mit der Erforschung der Kieselschwammriffe begann, wird im Juni 2002 wieder nach Kanada fliegen, um weitere Forschungsarbeiten durchzuführen.

Kieselschwammriffe erstreckten sich vor 160 Mio. Jahren über einen Gürtel von fast 7.000 km Länge vom Kaukasus bis in die heutige USA. Die Riffe befanden sich im flachen Wasser."Im Tertiär verschwanden die Kieselschwämme dann plötzlich", so Krautter zu pte. Heute gebe es diese Kieselschwammriffe nur noch im Queen Charlotte Sound vor der Küste von Vancouver Island. "Diese Riffe sind bei der Schelfkartierung eher zufällig entdeckt worden", so der Forscher. Bei über 5.000 Tauchfahrten mit dem U-Boot habe es nichts Vergleichbares gegeben, meint der Wissenschaftler. "Die Schwämme selbst sind nichts Besonderes, aber die Anhäufung von diesen Mengen an Tieren ist eine Sensation." Krautter ist gemeinsam mit kanadischen Forschern 1999 zu den Riffen gefahren. "Die erste Expedition war sozusagen eine Besichtigung der Arten und der Erforschung der umliegenden Fauna. Nun wollen wir die Ökologie der Riffe genau untersuchen", so Krautter, der meint, dass diese Riffe unter Schutz gestellt werden müssen.

Für die diesjährige Operation will der Forscher auch eine Langzeitbeobachtung vornehmen. Untersucht werden soll auch die Reaktion der Tiere auf menschliche Einflüsse, Heilungsprozesse der Riffe und die Ansiedlung von Jungschwämmen auf Schwammskeletten. Im Juni wird Krautter wieder in die subpolaren Gewässer abtauchen und das 700 Quadratkilometer große Meeresboden-Areal noch genauer untersuchen. Gemeinsam mit dem Geological Survey of Canada werden die Forscher auf dem Coast Guard Schiff "John P. Tully" in See stechen

Wolfgang Weitlaner | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.porifera.org
http://www.pgc.nrcan.gc.ca/pgchome.htm
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020202002

Weitere Berichte zu: Geologe Kieselschwammriff Riff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Winzige Eisverluste an den Rändern der Antarktis können Eisverluste in weiter Ferne beschleunigen
11.12.2017 | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

nachricht Was macht Korallen krank?
08.12.2017 | Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik