Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher machen Vulkane für Menschen hörbar

11.08.2006
Chance auf bessere Warnung vor Ausbrüchen

Wissenschaftler des Instituts für nukleare Physik (IFN) in Catania haben seismische Daten aktiver Vulkane in für Menschen hörbare Frequenzen umgewandelt. Obwohl die Feuer speienden Berge nicht gerade hitverdächtige Sounds produzieren, lassen die Geräusche einige Schlüsse auf eventuell bevorstehende Ausbrüche zu, wie die Wissenschaftler ableiten konnten. Die Forscher konnten mit dem Ätna in Sizilien und dem Tungurahua in Ecuador zwei sehr aktive Vulkane "hörbar machen", berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com. Dabei konnten die Forscher Rumpeln, Röhren, Biepen und sogar Klaviermusik ableiten.

Die Technik, die "Sonifikation" genannt wird, beschäftigt sich mit der Umsetzung von Daten jeder Art in nicht sprachliche Klangereignisse. Diese "Verklanglichung" leistet auf akustischem Wege das, was graphische Darstellung von Daten im visuellen Bereich macht. Die Methode soll mögliche Gesetzmäßigkeiten und Strukturen über das Hören erfassbar machen. Forscher haben entdeckt, dass es leichter ist, akustische Muster zu erkennen als visuelle. Während das Auge sehr schnell durch visuelle Darstellung irregeführt wird, geschieht das beim Hören nicht so schnell. Roberto Barbera von der Universität Catania und seinen Kollegen von der Universität Salerno ist nun gelungen den Ätna, einen der aktivsten Vulkane der Welt, zu "verklanglichen". Zudem haben die Wissenschaftler auch Informationen über den ecuadorianischen Vulkan Tungurahua gewonnen.

Die Sonifikation ist eine sehr aufwändige Technik, die große Datenspeicherungen notwendig macht. Die Wissenschaftler nutzten das europäische GEANT2 und das südamerikanische ALICE-RedCLARA Netzwerk, um die Informationen zu bearbeiten. Die Forscher ließen die Vulkane zuerst als starken Wind, als dröhnenden Motor und schließlich als Klavierstück ertönen. Inn Zukunft soll diese Methode dazu dienen, eventuelle Vulkanausbrüche noch genauer vorhersagen zu können. Dazu müssten allerdings noch weitere Studien durchgeführt werden. Bisher können Seismologen Eruptionen nicht genau vorhersagen. Seismische Wellen und die Intensität von bestimmten Erdstössen, der so genannte harmonische Tremor, deuten jedoch auf baldige Eruptionen hin.

... mehr zu:
»Sonifikation »Tungurahua »Vulkan »Ätna

"In der Zwischenzeit experimentieren viele Forscher mit Sonifikation", so Bruce Walker, Psychologe am Georgia Institute of Technology. Da der menschliche Hörsinn mit seiner enormen Genauigkeit und Dynamik durch diese Art Datenaufbereitung angesprochen wird, kann so das Verständnis bestimmter gleich bleibender Muster verbessert werden, nehmen die Forscher an. Welche Auskünfte die Vulkane über ihren Zustand geben, das können die Forscher allerdings noch nicht zweifelsfrei sagen.

Vulkan Tungurahua im Klavierklang: http://grid.ct.infn.it/tungurahuasound/TungurahuaPiano.aif

Ätna im Klavierklang:
http://grid.ct.infn.it/etnasound/page4/page8/etna.aif

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://grid.ct.infn.it

Weitere Berichte zu: Sonifikation Tungurahua Vulkan Ätna

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie