Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Letzte weiße Flecken auf den Meereskarten

16.06.2006
Vertreter aus 17 Nationen nehmen vom 14. bis 23. Juni an der 23. Jahrestagung von GEBCO (GEBCO=General Bathymetric Chart of the Oceans) in Bremerhaven teil.
Inhalt dieser Tagung ist eine neue Ausgabe der topographischen Weltkarte des Meeresbodens. Meereskarten sind die Basis für nahezu alle meereswissenschaftlichen Forschungsarbeiten. Aktuelle Anwendung finden diese hochgenauen Karten zum Beispiel in den Frühwarnsystemen für Tsunami-gefährdete Gebiete.

Die Vermessung des Meeresbodens ist essentiell

"Die Rückseite des Mondes ist besser vermessen als der Meeresboden", sagt Dr. Hans-Werner Schenke vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.
"Karten und digitale Daten der Meeresbodentopographie werden als Basis für nahezu alle meereswissenschaftlichen Forschungsarbeiten benötigt", so Schenke, der lokaler Organisator der Tagung ist. Die Modellierung und Interpretation physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse am Meeresboden wie auch die Herstellung thematischer Karten können nur auf der Basis digitaler Geländemodelle oder ihrer Ableitungen (Karten, 3-dimensionale Ansichten, usw.) sinnvoll durchgeführt werden.

Das Forschungsschiff Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts hat in den vergangenen 23 Jahren dafür gesorgt, dass die weißen Flecken auf den GEBCO-Karten nahezu verschwunden sind. Hierzu wurde hauptsächlich das eisverstärkte Fächerecholot ATLAS-Hydrosweep eingesetzt. Die größte bathymetrische Fächersonar-Datenbank der Polargebiete ist am Alfred-Wegener-Institut beheimatet und trägt zur ständigen Erneuerung der GEBCO-Karten bei.

Meereskarten

GEBCO, die General Bathymetric Chart of the Oceans, wurde im Jahre 1903 als erstes globales Kartenwerk der Topographie des Meeresbodens von dem Biologen und Ozeanographen Prinz Albert I von Monaco und anderen namhaften Wissenschaftlern, wie Fritjof Nansen und Otto Krümmel, ins Leben gerufen.
Die wissenschaftliche und technische Bearbeitung des Kartenwerkes wird heute von internationalen Spezialisten der Hydrographie, Ozeanographie, Bathymetrie und Nomenklatur fortgeführt. Die Arbeit am Kartenwerk steht unter der Schirmherrschaft der International Hydrographic Organization (IHO) und der International Oceanographic Commission (IOC) der UNESCO.

Die Arbeitsgruppen befassen sich mit der Datenerhebung, Modellierung und Herstellung von Meereskarten, sowie mit der Vergabe von Namen und Bezeichnungen untermeerischer Strukturen wie Tiefseegebirge, Tiefseegräben, Vulkane und Täler.
Die Sitzungen finden in den Räumen des Deutschen Schiffahrtsmuseums statt und sind zum größten Teil öffentlich.

Die Tagung wird von zwei themenbezogenen Ausstellungen im Schiffahrtsmuseum begleitet:

1. Das Echolot - Die Tiefe hören http://www.dsm.de/3pre0614.htm
2. Otto Krümmel, Pionier der Ozeanographie und sein Beitrag zur GEBCO-Karte

Namensgebung untermeerischer Täler und Vulkane

Vom 21. bis 23. Juni trifft sich unter der Leitung von Dr. Schenke ein zwölfköpfiges Gremium aus Geophysikern, Geographen und Ozeanographen. Dieses Gremium ist für die Namensvergabe unterseeischer Gebiete zuständig. Nach Überprüfung und Diskussion von international eingereichten Namensvorschlägen wird das Gremium eine Entscheidung treffen, ob ein Eintrag des Namens in die globale Datenbank erfolgen soll. Die Sitzung findet starke internationale Beachtung, da die Vergabe von Namen unterseeischer Bodenformen auch in Zusammenhang mit der internationalen Seerechtskonvention gesehen werden kann.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi-bremerhaven.de/
http://www.gebco.de

Weitere Berichte zu: Kartenwerk Meeresboden Meereskarte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie