Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Numerik verbessert die Zuverlässigkeit von Klimasimulationen

10.05.2006

Matthias Hofmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Miguel Maqueda von der New York Universität (NYU) haben eine konzeptionelle Schwäche in der Numerik von Ozeanmodellen entdeckt, welche zu einer verfälschten Repräsentation der physikalischen Eigenschaften des Ozeans führen kann (Geophysical Research Letters, 9.5.2006). Mit dem geschickten Einsatz eines mathematischen Algorithmus’ - der in der Modellierung der Atmosphäre bereits lange Standard ist - verbessern die Autoren nun auch die Modellierung der Ozeanzirkulation.

Mehr als 70 % der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Aus diesem Grund wird unser Klima wesentlich von der Dynamik des Ozeans und den Meeresströmungen bestimmt. Computermodelle, welche heutzutage zur Vorhersage der künftigen Entwicklung des Klimasystems der Erde verwendet werden, müssen sich auf die Genauigkeit der ihnen zugrundeliegenden Teilmodelle, wie etwa der Ozeanmodelle, verlassen können.

... mehr zu:
»Ozean »Südpolarmeer

Seit der Verfügbarkeit der Daten vom "World Ocean Circulation Experiment" (WOCE) stimmen die meisten Ozeanographen darin überein, dass der Großteil des im Nordatlantik in die Tiefe absinkenden kalten und salzreichen Wassers als Teil des sogenannten Ozeanischen Förderbandes (conveyour belt) im Südpolarmeer nahe der Antarktischen Küste wieder an die Oberfläche aufquillt.

Ozeanmodelle, die normalerweise für Klimavorhersagen verwendet werden, tendieren allerdings dazu, das Aufquellen jenes Nordatlantischen Tiefenwassers im äquatorialen Pazifik und Indischen Ozean stattfinden zu lassen. Durch die Arbeit von Hofmann und Maqueda wurde der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, welches in Ozeansimulationen nicht nur das Aufquellen des Tiefenwassers im Südpolarmeer stattfinden läßt, sondern außerdem die Modellierung der Verteilung von Temperatur und Salzgehalt im Inneren des Ozeans wesentlich verbessert.

Modelle des Klimasystems der Erde werden von dieser Neuerung profitieren.

Ansprechpartner am PIK: Dr. Matthias Hofmann, E-Mail: hofmann@pik-potsdam.de, Tel.: 0331 288-2567, mobil: 0172 717 88 33

Original Artikel: Hofmann, M., and M. A. Morales Maqueda (2006), Performance of a second-order moments advection scheme in an Ocean General Circulation Model, J. Geophys. Res., 111, C05006, doi:10.1029/2005JC003279.

Margret Boysen | PIK
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de

Weitere Berichte zu: Ozean Südpolarmeer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Satelliten erfassen Photosynthese mit hoher Auflösung
13.10.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

nachricht Erforschung des grönländischen 79°-Nord-Gletschers
12.10.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise