Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaforscher blicken bis ins Jahr 1780 zurück

30.10.2001


Wird es auf der Erde immer wärmer? Falls ja: Verändert sich das Klima auf Dauer oder schwankt es nur? Diese Fragen lassen sich fundiert beantworten, wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft. Genau das tut die Arbeitsgruppe Klimaforschung am Institut für Geographie der Universität Würzburg.

Die Temperaturen und Niederschläge in Mitteleuropa werden stark von der großräumigen atmosphärischen Zirkulation im nordatlantisch-europäischen Bereich beeinflusst. Die dortige Luftdruckverteilung und die sich daraus ergebenden Strömungsverhältnisse bestimmen, ob warme oder kalte, trockene oder feuchte Luftmassen die Witterung in Mitteleuropa prägen.

In den vergangenen Jahren waren zum Beispiel die Winter in Mitteleuropa überdurchschnittlich oft verhältnismäßig warm. Das lag daran, dass Luftströmungen aus westlicher Richtung vorherrschten, die relativ warme und feuchte Luft nach Europa führten, so der Würzburger Klimaforscher Dr. Christoph Beck.

Solche Zusammenhänge zwischen der atmosphärischen Zirkulation und den bodennahen Klimaverhältnissen seien allerdings nicht zu allen Zeiten in gleicher Art und Weise ausgebildet gewesen. Für den Zeitraum seit 1780 habe man beispielsweise festgestellt, dass die Kopplungen zwischen den Druckverhältnissen über dem Nordatlantik und den mitteleuropäischen Wintertemperaturen deutlich schwanken.

Diese zeitlichen Veränderungen der klimadynamischen Zusammenhänge von 1780 bis 1995 untersucht Dr. Beck mit einem Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Als Datengrundlage dienen ihm rekonstruierte monatliche Bodenluftdruckfelder des Bereichs Nordatlantik-Europa sowie monatliche Temperatur- und Niederschlagszeitreihen, die von verschiedenen mitteleuropäischen Wetterstationen stammen.

Der Würzburger Geograph interessiert sich vor allem für das Ausmaß und die möglichen Ursachen der Klimaveränderungen. Unter anderem will er die Frage klären, welche Rolle die Temperatur der Meeresoberfläche im nördlichen Nordatlantik für die Entwicklung der Temperaturen und Niederschläge in Mitteleuropa spielt. Schließlich habe die Meerestemperatur vor allem im Winter einen starken Einfluss darauf, ob die von Westen kommenden Luftmassen warm oder kalt, feucht oder trocken in Mitteleuropa eintreffen.

Diese Untersuchungen sollen zum einen das Wissen über die komplexen Zusammenhänge innerhalb des Klimasystems erweitern. Zum anderen sind sie laut Dr. Beck von wesentlicher Bedeutung für die Durchführung und Interpretation gängiger Verfahren, mit denen sich mögliche zukünftige Klimaänderungen abschätzen lassen.

Weitere Informationen: Dr. Christoph Beck, T (0931) 888-4690, Fax (0931) 888-5544, E-Mail: 
christoph.beck@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Klimaforscher Mitteleuropa Nordatlantik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der Satellitenblick auf die Dürre in Kenia
28.06.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Bisher unbekanntes Aussterben grosser Meerestiere entdeckt
27.06.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung

28.06.2017 | Physik Astronomie

Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise