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Wenn der Erdmantel sich an seiner Kruste reibt

08.02.2006


Erdbebenexperten tagen am 9./10. Februar im Institut für Geowissenschaften der Universität Jena



Permanent sind die Kontinente in Bewegung und reiben sich aneinander. Oft wird dies nur von Spezialisten registriert, manchmal führen diese Reibungen aber auch zu Erd- oder Seebeben, die - wie der verheerende Tsunami gezeigt hat - katastrophale Folgen für Land und Leute haben können. Daneben gibt es aber noch Mantel-Kruste-Wechselbeziehungen in aktiven Intraplattenregionen - also fern von den Plattenrändern - z. B. in Deutschland, etwa in der Eifel und im Vogtland bzw. in Nord-West-Böhmen. Am 9./10. Februar findet im Institut für Geowissenschaften der Universität Jena ein DFG-Rundgespräch zum Thema "Aktive Mantel-Kruste-Wechselbeziehungen in kontinentalen Intraplattenregionen" statt. Unter der Leitung des Jenaer Geophysikers Prof. Dr. Gerhard Jentzsch werden etwa 35 Wissenschaftler aus ganz Deutschland sowie ein Vertreter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) teilnehmen. Sie wollen das vielfältige Thema fokussieren, mögliche Forschungsprojekte analysieren sowie über Fördermöglichkeiten - z. B. durch eine DFG-Forschergruppe oder einen DFG-Schwerpunkt - diskutieren.



Aus bisherigen Forschungsvorhaben liegen sehr viele Daten, Analysen und Modellvorstellungen für aktive Intraplattenregionen vor. So wurde beispielsweise im Rheinischen Schiefergebirge der Obere Mantel unter dem Vulkangebiet des Laacher Sees untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse lassen sich mit anderen Regionen auf der ganzen Welt in Beziehung setzen. So gab es bereits vergleichende Arbeiten mit den Schwarmeben-Regionen des Lake Magadi Gebiets im Kenya Rift (Ostafrika) und des Rio Grande Rifts (USA).

Doch die bisherigen Ergebnisse werfen neue Fragen zu Wechselbeziehungen zwischen Kruste und Mantel auf. Es ist etwa im Bereich des Eger-Rifts (Vogtland) noch immer unsicher, woraus die Struktur des Kruste-Mantel-Überganges besteht. Dies spielt für die Entstehung der Schwarm-Erdbeben eine besondere Rolle. Außerdem ist die Region Eger-Rift zwar deutlich aktiver als die Eifel, andererseits ist der Vulkanismus im Vogtland sehr viel älter. "Daher sollten die vorliegenden Ergebnisse durch neue Untersuchungen ergänzt und einer weiteren Interpretation unterzogen werden", hofft Prof. Jentzsch. Dabei sollen auch die Unterschiede in den Wechselwirkungen im Vogtland und der Eifel herausgearbeitet und wiederum mit anderen Gebieten weltweit verglichen werden. Weiterhin sollen im Rahmen der Forschungen die aktiven Wechselwirkungen von Mantel, Kruste und Biosphäre angesprochen werden, die inzwischen eine immer größere Rolle spielen. Die Erdbebenexperten hoffen daher, während des Treffens ein neues Forschungsprojekt auf den Weg bringen zu können.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerhard Jentzsch
Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Burgweg 11, 07749 Jena
Tel.: 03641 / 948660
Fax: 03641 /948662
E-Mail: Gerhard.Jentzsch[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de/

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