Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erhebliches Windenergiepotenzial in Mittelhessen

20.01.2006


Studie am Institut für Geographie identifiziert günstige Gebiete für Windkraftanlagen - Pressepräsentation am 24. Januar um 12:30 Uhr im Institut für Geographie (Neues Schloss, Senckenbergstraße 1, 35390 Gießen)


Ohne elektrischen Strom stehen in hoch entwickelten Volkswirtschaften alle Räder still. Der Stromausfall in Gebieten des Münsterlandes hat dies vor wenigen Wochen erst wieder deutlich gezeigt. Strom wird in Deutschland zurzeit noch überwiegend aus Kohle und Kernkraft gewonnen. Diese nicht erneuerbaren Energieträger werden aber zunehmend knapper und teurer, und sie belasten die Umwelt. Stromerzeugung durch Windkraftwerke kann die Abhängigkeit von diesen traditionellen Energieträgern verringern. Eine neue Studie zeigt, dass auch Mittelhessen ein erhebliches Windenergiepotenzial aufweist. Besonders windgünstig sind die Landkreise Vogelsberg, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill.

Die Nutzung der Windenergie ist hierzulande technisch weit entwickelt. Windkraft hat ein hohes Energiepotenzial, und Stromerzeugung aus Windkraft ist eine nur mäßig komplexe Technologie und daher relativ einfach anzuwenden. Windkraftstrom wird zudem dezentral erzeugt und ist vergleichsweise umweltfreundlich. Schließlich nutzt Windkraft die dritte Dimension, den Luftraum, und erlaubt dadurch sogar eine Mehrfachnutzung derselben Flächen.


Der Autor der Studie, Privatdozent Dr. Paul Braun, hat vor seinem Geographiestudium bereits im Fach Agrarwissenschaften promoviert und sich habilitiert. In seiner Diplomarbeit, die gemeinsam von Prof. Lorenz King und Dr. Wolf-Dieter Erb vom Institut für Geographie betreut wurde, untersuchte Dr. Braun nun die räumliche Verteilung und Differenzierung des Windkraftpotenzials in Mittelhessen. Dabei stellte sich heraus, dass die Region Mittelhessen über ein beachtliches Windenergiepotenzial verfügt.

Für die Untersuchung wurde weitgehend mit öffentlich zugänglichen Daten gearbeitet, speziell mit Windmessdaten aus 10 m, 50 m und 100 m Höhe über Grund sowie mit dreidimensionalen Geländedaten (digitales Höhenmodell). Durch Weiterverarbeitung dieser Daten in entsprechenden Modellen unter Einsatz geographischer Informationssysteme wurde nachgewiesen, dass bereits ab einer Nabenhöhe von 50 Metern der größte Teil Mittelhessens in Bereichen mit mehr als 4 m/sec mittlerer Jahresgeschwindigkeit (entsprechend 40 Watt/m²) liegt.

Besonders windgünstig sind die Landkreise Vogelsberg, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill. Aus den Windkarten wurden Leistungskarten für die Höhen 50 und 100 Meter über Grund entwickelt. Dabei zeigte sich, dass die windtechnisch günstigsten Standorte Mittelhessens in Gebieten liegen, wo selbst Landwirtschaft unökonomisch wird. Interessant ist auch ein Vergleich dieser günstigen Standorte mit denjenigen Flächen, die in Mittelhessen bereits für Windkraftnutzung ausgewiesen wurden. Längst nicht alle dieser Flächen liegen in Gebieten, die hierfür das notwendige Windpotenzial aufweisen.

Im Rahmen einer Präsentation für die Presse, Unternehmen und interessierte Bürgerinnen und Bürger stellt das Institut für Geographie am Dienstag, den 24. Januar, ausgewählte Ergebnisse der Arbeit von Dr. Braun vor. Wir möchten Sie hiermit recht herzlich zu dieser Präsentation einladen:

Institut für Geographie
Neues Schloss (Seminarraum EG)
Senckenbergstr. 1, 35390 Gießen
Dienstag, 24. Januar, 12.30 - 13.15 Uhr

Kontakte:

PD Dr. Paul Braun
Institut für Geographie
Senckenbergstr. 1
35390 Gießen
Tel.: 06631/72181
e-mail: Paul_Braun@hweb.de

Dr. Thomas Christiansen
Institut für Geographie
Senckenbergstr. 1
35390 Gießen
Tel.:0641/99-36290
Fax: 0641/99-36209
e-mail: thomas.christiansen@geogr.uni-giessen.de

Christel Lauterbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/

Weitere Berichte zu: Mittelhessen Windenergiepotenzial Windkraft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie