Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Seismisches Schlüsselexperiment zur Erkundung von Erdwärme-Reservoiren

16.01.2006


Das Experiment in Brandenburg ist das größte europäische Erdwärme-Erkundungsexperiment im Rahmen von "I-GET" (Integrated Geophysical Exploration Technologies for Deep Fractured Geothermal Systems), an dem sieben Nationen beteiligt sind. Entwicklung und Anwendung neuester geophysikalischer Methoden zur Exploration und Bestimmung geothermischer Lagerstätten



Am morgigen Dienstag beginnt nordöstlich von Berlin ein seismischesExperiment zur Erkundung des geothermischen Potenzials von Sedimentgesteinen. Mit der Geothermiebohrung Groß Schönebeck des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) im Zentrum wird entlang eines 40 km langen Nordsüdprofils und einer Sternauslage mit 6 km Durchmesser um die Bohrung ein Netz von seismischen Messgeräten ("Geophonen") ausgelegt. Insgesamt werden 200 Geophone mit einem Abstand von jeweils 200 Metern vernetzt. Nachdem diese Messgeräte ausgebracht sind, wird entlang des Nord-Süd-Profils alle 800 Meter ein etwa 25 Meter tiefes Loch gebohrt und darin eine kleine Sprengladung gezündet. Die ungefährlichen Detonationen im Untergrund erzeugen Schallwellen, mit denen der Aufbau der oberen Erdkruste analysiert werden kann.



Die jetzt anlaufende seismische Erkundung ist ein Schlüsselexperiment in der europäischen Forschung zur Nutzung der geothermischen Energie. Das Experiment in Brandenburg ist das größte europäische Erdwärme-Erkundungsexperiment im Rahmen von "I-GET" (Integrated Geophysical Exploration Technologies for Deep Fractured Geothermal Systems), an dem sieben Nationen beteiligt sind. Unter der Federführung des GFZ Potsdam werden in diesem Projekt neueste geophysikalische Methoden entwickelt und angewandt, mit denen in Zukunft Erdwärmelagerstätten ohne kostenintensive Bohrungen aufgefunden und quantitativ bestimmt werden sollen. Die Bedeutung des Experiments liegt insbesondere auf der Übertragbarkeit der Ergebnisse auf weitere Gebiete mit sedimentären geothermischen Lagerstätten.

Das GFZ Potsdam zielt mit seiner Geothermie-Bohrung in Groß Schönebeck, nordöstlich von Berlin, auf die Nutzung von Erdwärme zur Stromgewinnung. Neben dem 4300 Meter tiefen Bohrloch wird Ende Februar eine zweite, ebenso tiefe Bohrung durchgeführt, mit der ein geschlossener geothermaler Kreislauf an dieser Lokation hergestellt werden soll. Ein willkommener Nebeneffekt dieser Bohrung ist, dass die Bohrlochdaten auch zur vollständigen Interpretation der I-GET-Daten dienen können.

Das GeoForschungsZentrum Potsdam stellt seinen europaweit größten geophysikalischen Gerätepool für dieses große Experiment zur Verfügung. Spezielle Dreikomponenten-Geophone erlauben die richtungsabhängige Bestimmung der Gesteinseigenschaften. Damit lässt sich die Lage und Geometrie der geothermischen Speicher in der Tiefe abschätzen.
Mit diesem Pionierprojekt ist das GFZ Potsdam maßgeblich am europäischen Netzwerk für Geothermieforschung beteiligt.

Ziele dieses Netzwerkes sind vor allem:

o Förderung der Entwicklung innovativer Technologien mit dem Ziel, das nutzbare Potenzial geothermischer Energie zu erweitern
o Zusammenführung und Vernetzung europäischer Forschungsaktivitäten
o Aufzeigen von Hemmnissen und Risiken, die einer breiten Nutzung noch entgegenstehen.

Franz Ossing | idw
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de/pb5/pb52/projects/IGET/ewelcome.html
http://www.gfz-potsdam.de/pb5/pb52/projects/Nutzbarmachung/welcome.html
http://www.gfz-potsdam.de/news

Weitere Berichte zu: Bohrung Erkundung GFZ Schlüsselexperiment

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie