Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sommerforschung in der Antarktis

14.12.2005


Auch die Schneefräse kann nicht verhindern, dass die Neumayer Station jedes Jahr ein wenig tiefer im Schnee liegt. Alfred-Wegener-Institut


Mit russischen Iljushin 76 Transportmaschinen gelangen Wissenschaftler und Teile der Ausrüstung von Kapstadt nach Nowolazarewskaja in der Antarktis. S. Kipfstuhl, Alfred-Wegener-Institut


Pünktlich zu Beginn der kalten Jahreszeit in unseren Breiten beginnt in der Antarktis die 25. Sommerkampagne des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven.


In Kooperation mit elf Forschungsinstituten und 14 logistischen Einrichtungen aus neun Ländern führt das Alfred-Wegener-Institut von Oktober 2005 bis Mitte April 2006 Forschungsvorhaben in der Antarktis durch. Zu einer der Hauptaufgaben während der kurzen Sommersaison zählt neben den wissenschaftlichen Untersuchungen die Versorgung der verschiedenen Stationen des Alfred-Wegener-Instituts mit Personal und Material.

Der Transport von mehr als 60 Personen und einem Teil der Fracht erfolgt durch die Flugzeuge von DROMLAN (Dronning Maud Land Air Network). Im Zentrum des von verschiedenen Nationen gemeinsam betriebenen Netzwerks steht die russische Station Novolazarewskaja, die von Kapstadt aus mit einem Transportflugzeug des Typs Iljushin 76 angeflogen wird. Kleinere, speziell für den Einsatz in Polargebieten umgerüstete Flugzeuge transportieren Wissenschaftler und Ausrüstung weiter zu ihren Einsatzorten.


Am Dallmann-Labor (62°14’S, 58°40’W) auf der Antarktischen Halbinsel, das nur im antarktischen Sommer besetzt ist, stehen biologische Forschungen im Vordergrund. Die weitgehend eisfreie Potter Bucht bietet ausgesprochen günstige Bedingungen zur Untersuchung der Wechselbeziehungen zwischen Arten in einem polaren Ökosystem. Neben Freilandaufnahmen können im Dallmann-Labor auch Laborexperimente durchgeführt werden. Nach Abschluss der Innenausrüstung stehen in dieser Saison drei weitere Labor- und ein Lagercontainer zur Verfügung. Neben der Aufnahme des Arteninventars stehen Untersuchungen zur Physiologie und damit zur Anpassungsfähigkeit von Algen an sich wandelnde Klimabedingungen auf dem Programm der Forscher.

An der Kohnen-Station (75°00’S, 00°04’O) im Dronning Maud Land wird im Rahmen des European Project for Ice Coring (EPICA) eine Eiskernbohrung fortgeführt, die mittlerweile eine Tiefe von 2565 Metern erreicht hat. Während der letzten fünf Jahre haben die EPICA-Forscher Eiskerne gewonnen, die einen Einblick in über 900.000 Jahre Klimageschichte unserer Erde ermöglichen. Die Wissenschaftler rechnen damit, im Januar 2006 den antarktischen Felssockel zu erreichen und damit die Bohrarbeiten erfolgreich abzuschließen.

Ende November 2005 ist die neue Überwinterungsgruppe des Alfred-Wegener-Instituts an der Neumayer-Station (70°39’S, 08°15’W) eingetroffen. Die neunköpfige Gruppe, in diesem Jahr sind es fünf Frauen und vier Männer, wird im Januar die jetzigen Überwinterer ablösen und für insgesamt 15 Monate in der Antarktis arbeiten. Neben einem Elektriker, einem Elektroniker, einer Köchin und einer Ärztin als Stationsleitung werden dann fünf Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die meteorologischen-, geophysikalischen- und luftchemischen Langzeitmessungen an der Neumayer-Station fortsetzen.

Dr Andreas Wohltmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi-bremerhaven.de

Weitere Berichte zu: Antarktis Dallmann-Labor Neumayer-Station Sommerforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie