Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

InnovaRig: Innovative Bohranlage für Forschungsbohrungen und industrielle Anwendungen

01.12.2005


Neue Technologie für Tiefbohranlagen / InnovaRig: Innovative Bohranlage für Forschungsbohrungen und industrielle Anwendungen



Das GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) entwickelt - finanziert über die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren - zusammen mit dem Unternehmen Herrenknecht ein völlig neues Bohranlagenkonzept für wissenschaftliche Tiefbohrungen. Die modular aufgebaute Bohranlage soll mobil sein, den unterschiedlichsten Anforderungen bei Forschungsbohrungen und industriellen Anwendungen genügen, kostengünstiger als herkömmliche Anlagen arbeiten und gleichzeitig hohe Sicherheits- und Umweltstandards erfüllen. An der Gesamtentwicklung beteiligt sich auch das Bundesumweltministerium im Rahmen des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung, wobei der Förderschwerpunkt hier vor allem auf der Gewährleistung einer späteren umweltverträglichen Betriebsführung liegt.



Zur Realisierung der Anlage haben die Herrenknecht Vertical GmbH und die H. Anger’s Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH ein "Joint Venture" mit dem Namen GeoForschungsBohrGesellschaft mbH (GFBG) gegründet. In Zusammenarbeit mit der GFBG soll danach ab Dezember 2005 nach Vorgaben des GFZ Potsdam ein Bohranlagenkonzept entwickelt werden, das die Anforderungen für wissenschaftliche Bohrungen, insbesondere auch Geothermiebohrungen erfüllen kann. Nach Abschluss der FuE-Phase soll ab April 2006 die Anlage gebaut und Ende 2006 geliefert werden. Der langfristige Betrieb der Anlage - für mindestens 15 Jahre - soll dann ab 2007 durch die GFBG erfolgen. "Das GFZ Potsdam bekommt damit von der GFBG alle Leistungen aus einer Hand," erläutert Professor Rolf Emmermann, Vorstandsvorsitzender des GeoForschungsZentrums diese Konstruktion. "Die GFBG bedient sich bei Entwicklung, Bau und Lieferung sowie späterer Wartung und Instandhaltung des Know How der Herrenknecht Vertical GmbH, einer Tochter der Herrenknecht AG. Die H. Anger’s Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft mbH wird die Tiefbohranlage im Auftrag der GFBG betreiben."

Weltneuheit im Bohrbetrieb

Das GFZ Potsdam verfügt über langjährige Erfahrungen in der Durchführung wissenschaftlicher Bohrungen, Professor Emmermann koordiniert das global operierende International Continental Scientific Drilling Program ICDP. Die im GFZ Potsdam gesammelten Erfahrungen mit Forschungsbohrungen weltweit haben gezeigt, dass es auf dem Markt keine Bohranlagen gibt, die über alle technischen Ausrüstungen verfügen, um die unterschiedlichen Anforderungen geowissenschaftlicher und geotechnischer Projekte zu erfüllen. Häufig sind die verwendeten Bohranlagen modifizierte Geräte aus der konventionellen Bohrindustrie

Die jetzt geplante Anlage soll ermöglichen, geowissenschaftliche und geotechnische Projekte, die den Einsatz von Bohrungen bis zu 5000 Metern erfordern, kostengünstig zu realisieren. Die bohrtechnische Anlagenkonzeption wird dabei insbesondere durch die operationellen und wissenschaftlichen Anforderungen der am GeoForschungsZentrum bearbeiteten Programme bestimmt. Diese sind zum Beispiel die Weiterentwicklung und Anwendung neuer Bohrtechnologien für wissenschaftliche Forschungsbohrungen, die Entwicklung neuer Technologien zur Untergrundspeicherung von Kohlendioxid und zur Gewinnung geothermischer Energie.

Forschungsbohrungen zum Verständnis des Systems Erde

Forschungsbohrungen sind ein unverzichtbares Instrument der modernen Geowissenschaften. Sie stellen ein "Fenster" in den unmittelbaren Untergrund unseres Lebensraums dar und sind die einzige Möglichkeit, Direktinformationen über die Eigenschaften und Zustandsbedingungen der oberen Erdkruste sowie die dort ablaufenden Prozesse zu erhalten. Sie ermöglichen eine Kalibrierung der indirekten Verfahren der geophysikalischen Tiefensondierung, erlauben die Überprüfung von Hypothesen und Modellvorstellungen und lassen sich als "Tiefenlabor" zur Durchführung von geologischen Experimenten und Tests sowie als "Tiefenobservatorium" für Langzeitbeobachtungen von Vorgängen im Untergrund nutzen. Die durch Bohrungen zu gewinnenden Informationen sind essentiell für das Verständnis der im "System Erde" ablaufenden Prozesse und von hoher Anwendungsrelevanz bei der Lösung einer Reihe von drängenden sozioökonomischen Fragestellungen wie z.B. der Sicherstellung zukünftiger Wasser- und Energieversorgung, Exploration von Rohstoffen und der Nutzung des unterirdischen Raums.

Eine Abbildung in druckfähiger Auflösung findet sich unter:
http://www.gfz-potsdam.de/news/foto/GFBG-TBA/welcome.html

Franz Ossing
GFZ GeoForschungsZentrum Potsdam
-Public Relations-
Telegrafenberg
D-14473 Potsdam
Tel. ++49 (0)331 - 288 1040
Fax ++49 (0)331 - 288 1044
e-mail: ossing@gfz-potsdam.de

Franz Ossing | idw
Weitere Informationen:
http://www.gfz-potsdam.de/news/foto/GFBG-TBA/welcome.html
http://www.gfz-potsdam.de/news

Weitere Berichte zu: Bohranlage Bohrung Forschungsbohrungen GFBG GFZ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Expedition ans Ende der Welt
29.11.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Lakkolithe können auch während eines Vulkanausbruchs entstehen
24.11.2016 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie