Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spektakuläre Entdeckungen: Erzgebirgsdiamanten und Marsminerale

01.10.2001


Von spektakulären und überraschenden neuen Erkenntnissen, nämlich von winzigen Diamanten im Erzgebirge und Minerale im Marsgestein, berichten Bayreuther Geowissenschaftler bei der Mineralogen-Tagung in Potsdam.

Bayreuth/Potsdam (UBT). Von aufregenden neuen Erkenntnissen über erst kürzlich entdeckte Diamanten aus dem Erzgebirge sowie über Hochdruckminerale in einem Marsmeteoriten berichteten jetzt Forscher des Bayerischen Geoinstituts der Universität Bayreuth in Potsdam.
Im Rahmen der diesjährigen 79. Tagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG) referierte Privatdozent Dr. Falko Langenhorst zusammen mit Bochumer Kollegen über winzig kleine (0,05 mm) Diamanten in einem metamorphen Gestein (Gneis) des Erzgebirges. Für die Wissenschaftlicher ist dieses eine bedeutende Entdeckung, da man bislang Diamanten nur in Verbindung mit tiefreichenden Vulkanschloten, sogenannten Kimberliten, kannte.


Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Diamanten vor rund 340 Millionen Jahren bildeten, als zwei Erdplatten zusammenstießen und das Erzgebirge emporhoben. Damals schob sich die schwerere ozeanische Platte tief ins Erdinnere, wo die wasserhaltigen ozeanischen Gesteine Flüssigkeit und Schmelze freisetzten. Die Diamanten entstanden offensichtlich unter hohem Druck aus solchen Flüssigkeitströpfchen, die beim Aufstieg in Mineralen wie Granat und Zirkon im Gneis eingefangen wurden. Diese Minerale schützten die Diamanten beim Wiederaufstieg wie ein Container, so dass sie bis heute erhalten geblieben sind.
Auch die spektakulären Entdeckungen in einem Marsmeteoriten namens Zagami haben mit hohen Drücken zu tun. Dr. Langenhorst und Prof. Jean-Paul Poirier (Universität Paris VI/ Preisträger der renommierten Alexander-von-Humboldt-Gesellschaft) vom Bayerischen Geoinstitut staunten nicht schlecht, als sie mit Hilfe des Transmissionselektronenmikroskops in dem vulkanischen Marsgestein nur ein Zehntausendstel Millimeter große Hochdruckminerale fanden. Diese Minerale haben einen äußerst dicht gepackten inneren Aufbau und werden deshalb eigentlich nur im tiefen Innern von Planeten erwartet.
Des Rätsels Lösung war, dass die Hochdruckminerale bei einem gigantischen Meteoriteneinschlag vor 2 bis 3 Millionen Jahren auf dem roten Planeten entstanden. Teile des Marsgesteins wurde damals unter hohen Drücken aufgeschmolzen und erstarrten in Sekundenbruchteilen wieder zu den entdeckten Hochdruckmineralen. Der Aufprall war so gewaltig, dass sofort anschließend das Marsgestein in den Weltraum hinausgeschleudert wurde. 1962 krachte Zagami dann schließlich in Nigeria auf die Erde und steht seitdem den Geowissenschaftlern für Untersuchungen zur Verfügung.

M. A. Jürgen Abel | idw

Weitere Berichte zu: Diamant Erzgebirge Hochdruckmineral Marsgestein Mineral

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe
06.12.2016 | Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

nachricht Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Speicherdauer von Qubits für Quantencomputer weiter verbessert

09.12.2016 | Physik Astronomie