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Die weltweit tiefste Bohrung auf See

04.11.2005


Mineraloge der Universität Hannover auf Forschungsexpedition zum Ostpazifischen Rücken



Tausend Kilometer von der mexikanischen Pazifikküste entfernt will sich Privatdozent Dr. Jürgen Koepke vom Institut für Mineralogie mit 25 Forscherkollegen aus sieben Ländern einen alten Traum der Geologie erfüllen: Eine Bohrung in 3700 Meter Wassertiefe, mehr als 200 Meter in die Erdkruste, in eine Magmakammer hinein. Das tiefste "wissenschaftliche" Loch, das jemals gebohrt wurde. "In situ" wollen die Forscher von dem Bohrschiff aus Proben nehmen, um erstmalig zu beweisen, dass die Theorie und die Experimente am Institut für Mineralogie die Wirklichkeit im Erdinneren richtig nachbilden.



Das Institut für Mineralogie der Universität Hannover ist weltweit das einzige Forschungsinstitut, das die Prozesse in den Magmenkammern in der bis zu sieben Kilometer dicken Erdkruste unter den Ozeanen im Experiment realistisch nachstellen kann. "Unsere Versuchsanlage ist so ausgelegt, dass wir bei Temperaturen von 1000 bis 1250 Grad und den Drücken, die einer Erdtiefe von bis 20 Kilometern entsprechen (8000 mal über Normaldruck), selbst flüchtige Komponenten wie Wasser und Sauerstoff kontrollieren können. So können wir die magmatische Entwicklung in den Magmenkammern simulieren", erzählt Koepke. Und deshalb ist er einer von nur zwei deutschen Forschern bei dieser internationalen Expedition. Am 12. November 2005 geht es von Acapulco mit dem Bohrschiff los, zu einem unterirdischen Vulkangebirge, dem ostpazifischen Rücken, tausend Kilometer vor der Küste. "Diese Stelle eignete sich besonders für unsere Bohrungen, weil sie geologisch aktiv ist, die Erdplatten driften hier außergewöhnlich schnell auseinander - mit 20 Zentimeter pro Jahr", erläutert Koepke die Wahl des Ortes. Vier Wochen werden die Wissenschaftler auf dem Bohrschiff bleiben. Die Teilnahme an diesem internationalen "Integrated Ocean Drilling Program" (IODP) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Es sichert den teilnehmenden Wissenschaftlern vollen Zugriff auf die Proben und die Gewähr, dass die Forschungsergebnisse drei Jahre lang in der Forschergruppe bleiben - beste Bedingungen für Spitzenforschung.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

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