Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zukunft der europäischen Meeresforschung: Konsortium Deutsche Meeresforschung wirbt in Brüssel

20.10.2005


Auf Einladung der EU-Parlamentarierin Godelieve Quisthoudt-Rowohl und der führenden europäischen Meeresforschungsinstitute aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland trafen am 17. Oktober 2005 erstmals Politiker und Wissenschaftler dieses Fachgebietes im Europäischen Parlament in Brüssel zusammen. Hierbei ging es um die Bedeutung der Meeresforschung für die Europäische Union und den Europäischen Ozean. Schwerpunkte der zukünftigen europäischen Meerespolitik sind die Folgen der rasant voranschreitenden Klimaveränderungen, der globale Meeresspiegelanstieg, die nachhaltige Nutzung mariner Ressourcen, die zunehmenden Bedrohungen und Schäden durch Flutwellen, Erdbeben und extreme Wetterereignisse sowie die fortschreitende Zerstörung der marinen Umwelt.

... mehr zu:
»KDM »Konsortium »Meeresforschung »Ozean

Europäische Großstädte und bevölkerungsreiche Landstriche liegen im Einzugsbereich des Meeres. Der weitaus größte Teil der Versorgung Europas basiert auf Schiffstransporten. Im Laufe der Jahrtausende haben die Menschen die Küstenzone immer dichter besiedelt, wodurch das Gefahrenpotenzial enorm gestiegen ist. Berücksichtigt man das gesamte Territorium Europas, die Hoheitsgewässer und die auf 200 Seemeilen sich erstreckende Wirtschaftszone, liegen 50 % Europas unterhalb des Meeresspiegels. Das Konsortium Deutsche Meeresforschung KDM e.V. (Berlin) hat jetzt die Initiative ergriffen und Wissenschaftler und Politiker ins Europaparlament eingeladen, um die Eckwerte für eine integrative europäische Meeresforschungspolitik zu diskutieren. Mitveranstalter waren das Institute française pour l’Exploitation de la Mer (Ifremer) aus Frankreich und das National Oceanography Centre, Southampton (NOCS) aus Großbritannien. Mehr als 100 Teilnehmer haben an der vom Brüsseler Büro der Helmholtz-Gemeinschaft organisierten und vom KDM ausgerichteten Veranstaltung teilgenommen.

"Die entsetzlichen Naturkatastrophen der letzten Wochen und Monate erinnern uns auf schreckliche Weise daran, dass wir in einem globalen Kontext auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zur Erdbeobachtung weitere Entwicklungen brauchen", betonte Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, der als einer der Hauptredner der Veranstaltung zugleich für die norddeutschen Bundesländer sprach. "Ich begrüße das spezifische EU-Programm "Ideen", weil darin die Grundlagenforschung zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit in das 7. Forschungsrahmenprogramm aufgenommen ist", führte er weiter aus. Darüber hinaus betonte Carstensen die Notwendigkeit der Schaffung eines "European Ocean Research Institutes" zur zentralen Koordination der europäischen Meeresforschungsaktivitäten.


Anliegen des EU-Kommissars Joe Borg war die Integration von meeres- wissenschaftlicher Forschung in die maritime Politik der Union. Das Kommissariat erarbeitet zurzeit ein Strategiepapier ("Grünbuch"), das wirtschaftliche, gesellschaftliche, administrative und Umwelt-Aspekte der Ozeane und der Randmeere Europas in einer Gesamtschau betrachten soll. Die Umsetzung dieses Strategiepapiers soll der europäischen Gesellschaft nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft stärken. "Eine umfassende europäische Meerespolitik muss durch Spitzenleistung in der marinen Forschung und Technologieentwicklung unterstützt werden", forderte Borg.

Der Geschäftsführer des Konsortium Deutsche Meeresforschung, Prof. Dr. Erwin Suess, zeigt sich mit dem Ablauf der Veranstaltung sehr zufrieden: " Es ist zum ersten Mal gelungen, alle wichtigen europäischen Partner zusammen zu bringen und einen Konsens über die Prioritäten zukünftiger Meeresforschung herbeizuführen. Dies ist für das KDM besonders erfreulich, denn Zersplitterung in der Forschungslandschaft war bis jetzt eines der weniger positiven Merkmale der europäischen Meeresforschung. Alle Teilnehmer sind sich einig, dass nur durch gemeinsames Handeln und Forschen die zukünftigen Herausforderungen zu meistern sind." Zu den aktuellen Themen gehören nicht nur Naturkatastrophen wie der Hurrikan Katrina und der Tsunami im Indischen Ozean, die alle deutlich machen, dass ein Vorwarnsystem auch für Europa dringend notwendig ist, sondern auch die natürlichen Ressourcen des Meeres: neuartige Medikamente und Werkstoffe aus dem Meer sowie die technischen Herausforderungen bei Arbeiten in der Tiefsee, unter dem Polareis oder bei Temperaturen von bis zu 400°C an den heißen Quellen der Tiefsee. Das ehrgeizige Ziel einer einheitlichen europäischen Meerespolitik erfordert Visionen wie z.B. ein Europäisches Meeresforschungsinstitut oder den Ausbau des KDM als europäischer Verbund der Meeresforschungseinrichtungen.

Erwin Suess | idw
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-meeresforschung.de

Weitere Berichte zu: KDM Konsortium Meeresforschung Ozean

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen
24.05.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e.V. (TROPOS)

nachricht Unterschiedliche Erwärmung von Arktis und Antarktis: Forscher sieht Höhenunterschied als Ursache
18.05.2017 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten