Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Clearingstelle der geographischen Erkundungen

19.08.2005


Erste Internationale Konferenz am Forschungszentrum Gotha beschäftigt sich mit "Petermanns Geographischen Sammlungen"



Vor 150 Jahren erschien in Gotha die erste Nummer der "Mittheilungen aus Justus Perthes’ Geographischer Anstalt". In der heutigen Managementsprache könnte die weltweit bedeutendste geographische Zeitschrift der zweiten Hälfte des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts als "Clearingstelle der geographischen Erkundungen" bezeichnet werden.

... mehr zu:
»Erkundung »Geographisch


Die internationale Konferenz "Die Verräumlichung des Welt-Bildes" will anderthalb Jahrhunderte nach Petermann an historischer Stätte vom 9. bis 11. Oktober 2005 ein Forum bieten, um in einem breiten interdisziplinären Rahmen über Wissenschaft, Raum und Kultur nachzudenken. "Hier sollen die aktuellen Diskussionen zum cultural turn in den Raumwissenschaften und zum spatial turn in den Kulturwissenschaften weitergeführt werden. Die Bestände der Sammlung Perthes Gotha und "Petermanns Geographische Mitteilungen" bieten dazu einen ideellen wie materiellen Hintergrund", so der Direktor des Forschungszentrums Gotha für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt, Prof. Dr. Peer Schmidt. Für das Forschungszentrum ist es die erste große wissenschaftliche Tagung, die gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig und mit finanzieller Unterstützung der VolkswagenStiftung auf Schloss Friedenstein ausgerichtet wird. Rund 100 Teilnehmer, darunter renommierte Referenten aus ganz Europa, den USA und Brasilien, werden dazu in Gotha erwartet.

Der Verlag Justus Perthes wurde 1785 in Gotha gegründet. In den Anfangsjahren war der berühmte "Gotha" das wichtigste Standbein des Unternehmens. Im 19. Jahrhundert etablierte sich das Verlagshaus schließlich als geographischer Fachverlag. Besonders durch die innovative und meisterhafte Kartenproduktion gelang es, eine führende Marktposition zu sichern. "Stielers Handatlas", der bis heute in seiner Liebe zum Detail unübertroffene Weltatlas, die bekannten Schulwandkarten und "Petermanns Mitteilungen" waren die Säulen dieses wissenschaftlichen und unternehmerischen Erfolgs.

August Petermann (1822-1878), die markanteste Figur der deutschen Geographiegeschichte des mittleren 19. Jahrhunderts, kam 1854 aus London in die kleine Residenzstadt Gotha und trat in den Perthes-Verlag ein. Durch zahlreiche internationale Kontakte schuf er ein tragfähiges und konkurrenzloses Kommunikationsnetzwerk. Mit seiner rastlosen Tätigkeit beeinflusste Petermann so für zwei Jahrzehnte von Gotha aus maßgeblich die deutschsprachige und zum Teil auch die internationale geographische Forschungs- und Publikationsszene.

"Petermanns Geographische Mitteilungen" berichtete in den ersten Jahren intensiv über die wissenschaftliche Erkundung der letzten "weißen Flecken" der Erde, so über die großen Afrikaexpeditionen von Heinrich Barth und über die Erforschung Australiens und der Polarregionen. In Gotha wurden alle Informationen zusammengetragen und wissenschaftlich ergänzt. Das Erfolgsrezept beruhte auf der Verbindung von originalen Forschungsberichten aus aller Welt, die exklusiv in den Mitteilungen erschienen, mit einer exzellenten kartographischen Visualisierung. Neben dem Fachpublikum bediente die Zeitschrift stets ein großes bildungsbürgerliches Publikum in ganz Europa. Durch "Petermanns Geographische Mitteilungen" erlangten Gotha und das Verlagshaus Perthes Weltruhm.

Die in ihrer Überlieferungsdichte weltweit einzigartige Sammlung Perthes Gotha wurde Anfang 2003 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder vom Freistaat Thüringen erworben. Die Sammlung setzt sich aus der umfangreichen Kartensammlung, der Verlagsbibliothek und dem Verlagsarchiv zusammen und soll innerhalb der Forschungsbibliothek Gotha erschlossen werden.

Der Tagungsort Schloss Friedenstein wurde zwischen 1643 und 1655 von Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha ("Ernst der Fromme") erbaut. Die Gothaer Herzöge hegten eine besondere Leidenschaft für Kunst und Kultur. Die von ihnen auf Schloss Friedenstein angelegte Sammlung kostbarer Bücher und Handschriften zählt heute zu den größten historischen Bibliotheken in Deutschland.

Weitere Informationen/Kontakt und Anmeldung:
Forschungszentrum Gotha für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt; Dr. Bruno Schelhaas;
Bruno.schelhaas@uni-erfurt.de; Tel.: 0361-737 44 25

Jens Panse | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha

Weitere Berichte zu: Erkundung Geographisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Der steile Aufstieg der Berner Alpen
24.03.2017 | Universität Bern

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise