Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Untermeerische Vulkane in der Südsee erforscht

28.07.2005


Uni Kiel leistet bei einer internationalen Tiefsee-Expedition Pionierarbeit

... mehr zu:
»Platte »Südsee »Vulkan

In der Südsee, im Bereich des Tonga-Inselbogens brodelt es: In einer Wasser-tiefe zwischen 150 und 950 Metern sind Vulkane mit mächtigen Lavaströmen und metallreichen Ablagerungen in bisher nicht bekanntem Ausmaß aktiv. Auf einer Forschungskampagne im Südpazifik unter der Leitung der Kieler Universi-tät haben Wissenschaftler zum ersten Mal heiße Quellen in diesem Gebiet mit einem Tauchboot untersucht. Die Inselbogen-Vulkankette erstreckt sich über 2500 Kilometer Länge von Neuseeland bis nach Tonga.

"Wir haben vollkommen neues Territorium erforscht und hydrothermale Aktivität von einer Intensität vorgefunden, wie wir sie nicht erwartet hatten", berichtet Professor Peter Stoffers, Leiter der Abteilung Marine und Terrestrische Geo-chemie an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel. Er leitete die gera-de beendete 30-tägige Expedition mit den amerikanischen Forschungstauch-booten Pisces IV und V. "Bei unseren insgesamt 13 Tauchgängen fanden wir aktive so genannte Schornsteine aus Baryt, Anhydrit und Eisen-, Zink- und Kup-fersulfiden mit Höhen bis zu zehn Metern. Die dort austretenden heißen Wässer haben Temperaturen bis zu 265 Grad Celsius. Außerdem konnten wir intensive Gasaustritte, weit verbreitete Schwefelabscheidungen und einen dichten Mu-schelbewuchs beobachten."


Bereits seit 2002 erforschen die Kieler Wissenschaftler mit dem deutschen For-schungsschiff F.S. SONNE die submarinen Vulkane entlang des Tonga-Kermadec Insebogens, die dadurch entstehen, dass die Pazifische unter die Indisch-Australische Platte abtaucht. Bei dieser so genannten Subduktion schmilzt die abtauchende Platte im Untergrund auf. Ein Teil dieser Schmelzen und die freigesetzten Fluide bahnen sich aus der Tiefe den Weg zurück an die Oberfläche und bilden den vulkanischen Inselbogen. "Unser Ziel ist es, Kennt-nisse darüber zu erlangen, wie im Erdmantel die Schmelze entstehen, wie sich die Erdkruste entwickelt und welche Dynamik das Erdinnere aufweist", so Pro-fessor Stoffers.

Die Expedition ist Teil des internationalen Forschungsprojektes SITKAP (Sub-mersible Investigations of the Tonga-Kermadec Arc with PISCES), an dem ne-ben den deutschen Wissenschaftlern der Kieler Uni und der Bundesanstalt für Geowissenschaften auch neuseeländische, US-amerikanische und kanadische Forscher beteiligt sind. Die Untersuchung des Probenmaterials hat gerade be-gonnen. Erste Ergebnisse sollen auf einem Spezialsymposium der American Geophysical Union (AGU) im Dezember in San Francisco vorgestellt werden.

Kontakt: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Geowissenschaften, Professor Peter Stoffers, Tel: 0431/880-2850, Fax: 0431/880-4376, E-mail: pst@gpi.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: Platte Südsee Vulkan

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Die Ostsee als Zeitmaschine
14.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Erste Bohrung in einen aktiven Unterwasservulkan
09.05.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics