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Forschungseisbrecher Polarstern läuft in die Arktis aus

19.07.2005


Nach vierwöchiger Werftzeit in Bremerhaven läuft der Forschungseisbrecher Polarstern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar und Meeresforschung am 21. Juli in die Arktis aus.



Die zehnwöchige Expedition führt über die Grönlandsee nach Spitzbergen bis in die Framstraße im nördlichen Teil des europäischen Nordmeers.



Auf der Fahrt von Bremerhaven nach Longyearbyen auf Spitzbergen stehen ozeanografische Messungen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Programms. Bei der Fortsetzung einer seit 1994 durchgeführten Langzeitstudie werden in Zusammenarbeit mit Forschern der Universitäten Cambridge und Bergen die gegenwärtig ablaufenden Veränderungen der Eigenschaften der Wassermassen in der Grönlandsee untersucht. Dazu werden Verteilungen der Temperatur und des Salzgehalts gemessen und Wasserproben zur Bestimmung des Gehalts an Nährstoffen, Sauerstoff und gelöstem organischem Material genommen.

Im weiteren Verlauf der Expedition wird im August südlich von Spitzbergen die Verteilung des Treibhausgases Methan im Meerwasser untersucht. Das am arktischen Meeresboden freigesetzte Methan wird, bevor es in die Atmosphäre abgegeben werden kann, im Wasser chemisch umgewandelt und über Meeresströmungen in angrenzende Ozeane verfrachtet.

Mit Hilfe von 12 fest verankerten Ketten mit autonomen Messgeräten untersucht das Alfred-Wegener-Institut seit 1997 in internationaler Zusammenarbeit im Rahmen von der EU finanzierter Forschungsprogramme in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen den Einstrom warmen, salzreichen Wassers aus dem Atlantik in die Arktis. Bei dieser Expedition werden die Geräte ein weiteres Mal ausgetauscht. Mit den gewonnenen Daten wird eine Langzeitreihe fortgesetzt, um zu erkennen, ob die Veränderungen der arktischen Meereisbedeckung durch den Zustrom von warmem, atlantischem Wasser verursacht werden. Mit biologischen Untersuchungen in der polaren Tiefsee im Norden der Framstraße versuchen die Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Genf herauszufinden, ob auch in der Tiefsee langfristige Veränderungen stattfinden. Im Interesse der Forscher steht dabei auch der genetische Vergleich von Bodenorganismen der Arktis und der Antarktis. Ein geologisches Programm findet nördlich der Framstraße statt.

Polarstern wird am 19. September von ihrer 21. Arktisexpedition in Bremerhaven zurück erwartet.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Margarete Pauls | idw
Weitere Informationen:
http://www.awi-bremerhaven.de/

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