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Entdeckung der Geheimnisse von Erdbeben

13.07.2005


Zwar ist die EU als Ganzes nicht die Region auf der Welt mit der höchsten seismischen Aktivität, in den vergangenen Jahrhunderten ereigneten sich hier aber dennoch einige verheerende Erdbeben. Besonders Griechenland, einer der Mitgliedsstaaten der EU, ist aufgrund seines seismologischen Profils von großem Interesse mit Hinblick auf die Bewertung der seismischen Gefahren.



Im Rahmen des CORSEIS-Projekts als Teil des EESD-Programms konzentrierte man sich auf die Anreicherung der vorhandenen Wissensbasis über eine seismisch besonders aktive Region in Griechenland. Geochemische Informationen und neu gewonnene Daten sollten als Grundlage für die Entwicklung neuer Modelle hinsichtlich des seismischen Verhaltens in der Region dienen.



Die Aigion-Region in der Nähe des Golfs von Korinth in Griechenland kann auf eine Vergangenheit mit besonders vielen aufgezeichneten Erdbeben zurückblicken, die einige Jahrhunderte zurückreichen. Trotz der unzähligen seismischen Ereignisse sind europäische Forscher noch immer entfernt von einer umfassenden Bewertung der seismischen Gefahren. Die Struktur des CORSEIS-Projekts erlaubte die Durchführung detaillierter Studien, um ein vollständiges und genaues Bild der seismischen Geschichte der Region zu erstellen.

Einer der Schwerpunkte war die Untersuchung von Multiplets, bei denen es sich um eine Reihe von wiederkehrenden Erdbeben in unmittelbarer geografischer Nähe handelt. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Unstimmigkeiten bei der Abbildung dieser Ereignisse beobachtet, was zu fehlerhaften Profilen der betroffenen Region führte. Unter Verwendung neuer Kombinationen von Kreuzrelations- und Kreuzspektrumverfahren konnten diese seismischen Ereignisse in der Aigion-Region erneut mit einer verbesserten Genauigkeit lokalisiert werden.

Das neue Verfahren wurden für die Analyse einer Reihe von Ereignissen einschließlich der Erdbebenserie zwischen März und Juni 2001 genutzt. Insgesamt wurden über 10 verschiedene Multiplets (jedes bestehend aus 10 bis 20 Ereignissen) unter Nutzung der neuen Methode nochmals bewertet und als Ergebnis erneut lokalisiert. Das gleiche Verfahren kann für zahlreiche Erdbebenereignisse in jeder beliebigen Region genutzt werden.

Die Anwendung dieser Technologien in Zusammenhang mit einer vollständigen Analyse der seismischen Daten führte zu einem umfassenden Verzeichnis mit Erdbebenereignissen in der Region um den Golf von Korinth.

Dank der Anstrengungen der Beteiligten des CORSEIS-Projekts könnten die Verfahren zur Bewertung der seismischen Gefahren nicht nur innerhalb der EU, sondern auch in anderen Regionen verbessert werden. Deshalb könnten diese Methoden besonders für Behörden in seismisch aktiven Gebieten auf der ganzen Welt von Interesse sein und zu einem vollständigen Satz von Richtlinien und Instrumenten weiterentwickelt werden.

Dr. Hélène Lyon-Caen | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ens.fr

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