Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Muschelschalen als Klimazeugen

27.06.2005


Preis der Hermann Willkomm-Stiftung geht an Geowissenschaftler



Der Geologe PD Dr. Bernd R. Schöne ist Träger des diesjährigen Habilitationspreises der Hermann Willkomm-Stiftung für die beste in einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereich der Universität erstellte Habilitation.



Vizepräsident Prof. Jürgen Bereiter-Hahn würdigte in seiner Begrüßung das Engagement der Stifterin. In der heutigen Zeit, in der staatliche Fördermittel immer knapper würden, seien gerade junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf das Mäzenatentum von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen.

Bei der Erreichung des Zieles, Exzellenz in der Wissenschaft zu schaffen, sei die Förderung von herausragenden Nachwuchstalenten eine der wichtigsten Voraussetzungen: "Dank Ihrer Unterstützung ist dies auch wieder in vorbildlicher Weise in diesem Jahr möglich", so Bereiter-Hahn.

In Anwesenheit der Stifterin Wilhelmine Willkomm, die im April ihren 93. Geburtstag feierte, nahm Schöne heute den mit 5.000 € dotierten Preis aus den Händen von Vizepräsident Prof. Jürgen Bereiter-Hahn und den Stiftungsvorständen Heinz-Dieter Glogowsky und Prof. Joachim Weidmann entgegen.

In seiner Dankesrede betonte PD Dr. Bernd R. Schöne, dass erfolgreiche wissenschaftliche Forschung wesentlich auf Teamarbeit und Interdisziplinarität beruhe, auf dem ausgeprägten Engagement und großen Enthusiasmus der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Forschungsgruppe: "Ich nehme diese Auszeichnung daher stellvertretend für meine Arbeitsgruppe in Empfang."

Schöne’s Arbeiten beschäftigen sich mit Klimarekonstruktionen anhand biogener Hartskelette wie Muschelschalen. Durch kombinierte Analyse von Schwankungen im Zuwachs und Chemismus der Schalen können erstmals langfristige Klimaschwankungen in Meeren, Seen und Flüssen kühl-gemäßigter Klimate mit jahrgenauer bis taggenauer Auflösung ermittelt werden. Solche Daten waren bislang nicht verfügbar. Seine Forschungen tragen zum besseren Verständnis der globalen Erwärmung bei und ermöglichen eine genauere Quantifizierung des Menschen am derzeitigen Klimawandel.

Wilhelmine Willkomm hatte nach dem Tod ihres Mannes Hermann Willkomm 1982 einen großen Teil ihres Vermögens in die Stiftung eingebracht und das Kapital immer wieder bis auf heute 2,5 Millionen Euro aufgestockt. Aus den Erträgen wurden seit 1984 rund 2 Millionen Euro ausgeschüttet.

Die Stiftung fördert insbesondere Tagungs- und Forschungsreisen von Studierenden und Mitarbeitern, unterstützt Forschungsarbeiten durch Zuschüsse bei der Gerätebeschaffung und gibt Beihilfen für naturwissenschaftliche Bibliotheken. Außerdem kann in jedem Jahr ein Preis für eine herausragende Habilitation im Bereich der Naturwissenschaften vergeben werden; in diesem Jahr geschah dies zum zehnten Mal.

Die Mittel werden auf Vorschlag der Dekane der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereiche vom Stiftungsvorstand vergeben, der aus Frau Wilhelmine Willkomm, Herrn Heinz-Dieter Glogowsky und Prof. Joachim Weidmann besteht. Mehrfach hat sie schon Projekten, die sie besonders angesprochen haben und für die nur unzureichend Mittel aus den Stiftungserträgen zur Verfügung standen, persönliche Mittel zugeschossen.

1988 wurde die Stiftung in das ’Goldene Buch der Stiftungen’ der Stadt Frankfurt eingetragen und damit erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. 1994 erhielt Frau Willkomm die Jügel-Medaille der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Ende 2002 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Kontakt: Dr. Bernd Schöne; Leiter der Forschungsgruppe INCREMENTS; Fachbereich Geowissenschaften und Geographie; Dantestr. 4-6; 60325 Frankfurt; Tel.: 069/798-22863; Fax: 069/798-22958; E-Mail: B.R.Schoene@em.uni-frankfurt.de

Für die Stiftungsverwaltung: Kanzlei Poniatowski und Hanagarth; Beethovenstr. 8-10; 60325 Frankfurt; Tel.: 069 / 97 554 323

Für den Stiftungsvorstand: Prof. Joachim Weidmann; Fachbereich Mathematik; Tel.: 069/798-22511/28811; Fax 069/798-28856; E-Mail: weidmann@math.uni-frankfurt.de

Zur Person: PD Dr. Bernd R. Schöne

geboren 1969, seit September 2002 Leiter der Emmy-Noether Forschungsgruppe INCREMENTS (DFG) am Institut für Geologie und Paläontologie, Fachbereich Geowissenschaften und Geographie

Nach dem Studium der Geologie/Paläontologie in Göttingen (Diplom, Promotion) folgte eine fünfjährige Postdoc-Zeit im Ausland, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter (DAAD, NATO) im Arbeitsbereich Dendrochronologie an der Eidgenössischen Forschungsanstalt ETH für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf/Zürich (1999-2000), dann als Research Associate (A.v. Humboldt-Stiftung) am Fachbereich Geowissenschaften der University of Arizona, Tucson, USA (2000-2001), schließlich als Research Associate (Japan Society for the Promotion of Science) am Department of Earth and Planetary Science der University of Tokyo, Japan (2001-2002).

Dr. Ralf Breyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Berichte zu: Geowissenschaft Muschelschale

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen
26.04.2017 | Leibniz-Institut für Troposphärenforschung e. V.

nachricht Flechten aus dem Bernsteinwald
25.04.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie