Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Gletscherwissenschaft taut langsam auf

27.04.2005


Die Satelliten von heute liefern eine Überfülle an Daten. Die Kunst besteht darin, aus allen einen Sinn zu ziehen. Das Unternehmen WM-data erleichtert diesen Schritt für Wissenschaftler, die die Gletscher studieren.



Die ferne Lage in enormen Höhen macht die Überwachung der Gletscher zu einer großen Herausforderung. Deshalb spielt die Fernerkundung in der Gletscherwissenschaft eine entscheidende Rolle. Die Gletscher sind nicht nur als Süßwasservorrat, sondern auch für den Bergtourismus und die Landwirtschaft von großer Bedeutung.



Da sich die Hinweise auf die globale Erwärmung häufen, ist es unumgänglich, zu verstehen, wie sich die Gletscher entwickeln und wie sie auf steigende Temperaturen reagieren. Das OMEGA-Projekt, einschließlich des finnischen Unternehmens WM-data, richtete sich auf die Integration von Fernerkundungsdaten aus zahlreichen Quellen (Flugzeuge, Satelliten etc.) und Zeitabschnitten. Um dieses hohe Ziel zu erreichen, mussten hoch entwickelte Datenverarbeitungsverfahren angewandt werden.

WM-data arbeitete nicht mit der traditionellen Annahme Lambertscher Oberflächen, sondern nutzte ein bildgestütztes Regressionsverfahren, das auch als C-Faktor bekannt ist. Dies wird zur Korrektur von Satellitendaten zu den topografischen Auswirkungen genutzt, die aufgrund der Erdatmosphäre und deren Illumination verändert sein können.

Darüber hinaus gelangen WM-data Verbesserungen an der neuesten Version des DOS3-Verfahrens (Dark Object Subtraction), das dazu beiträgt, die atmosphärische und ökologische Interferenz zu überwinden. Im Anschluss an einen Prüfprozess wurden verschiedene Fehler aus dem Code entfernt. So können die Nutzer der Landsat-Daten präzisere Messungen der Parameter der Oberflächenstrahlung durchführen. Dies ist für die genaue Beurteilung des Strahlungshaushalts der Erde entscheidend. WM-data ist der Ansicht, dass DOS3 dem weit verbreiteten COST-Algorithmus zur Atmosphärenkorrektur überlegen ist.

Oftmals können wichtige Informationen aus einer Kombination verschiedener Spektralbänder abgeleitet werden. Das OMEGA-Team erreichte dies durch die Anwendung einer TC4-Transformation (Fourth Order Tasseled Cap) zur Erzeugung entschleierter Bilder. Diese Methode ist mit den Daten von Landsat 4 und 5 kompatibel sowie mit den Daten von Landsat 7, die dementsprechend vorverarbeitet wurden. Durch die Nutzung dieses Verfahrens können die Wissenschaftler das Ausmaß des Gletscherrückzugs bzw. -vormarschs mithilfe eines Vergleichs historischer Bilder bestimmen.

Da sich OMEGA auf die Bedürfnisse realer Endnutzer richtete, wurden seine Fortschritte so gestaltet, dass sie in gängige GIS-Softwarepakete wie ERDAS IMAGINE® integriert werden können. Es müssen noch grafische Benutzerschnittstellen entwickelt werden. WM-data hofft auf eine Zusammenarbeit mit Unternehmen, die diese Tools in die Hände der gletscherwissenschaftlichen Gesellschaft bringen können.

Stefan Winqvist | ctm
Weitere Informationen:
http://www.wmdata.fi

Weitere Berichte zu: Gletscher Gletscherwissenschaft Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Von der Bottnischen See bis ins Kattegat – Der Klimageschichte der Ostsee auf der Spur
28.03.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert
27.03.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten