Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler untersuchen Erdbebenregion

07.12.2004


CEDIM erhebt Gebäude-Schäden und Ursachen des Bebens von Waldkirch

... mehr zu:
»Beben »CEDIM »Erdbeben »Erdbebenregion »GFZ

Die Stöße kamen in der Samstagnacht: Um 2.52 Uhr erschütterte ein Erdbeben, dessen Epizentrum bei Waldkirch im Kreis Emmendingen lag, große Teile Baden-Württembergs. Auch rund um Karlsruhe riss das Beben mit der Stärke 5.4 viele Menschen unsanft aus dem Schlaf. Das Center for Disaster Management und Risk Reduction (CEDIM) der Universität Karlsruhe und des GeoForschungszentrums Potsdam (GFZ) entsendet mehrere Teams in die Erdbebenregion rund um Waldkirch in den Südschwarzwald.

Die Schäden an den Gebäuden wird Professor Dr. Lothar Stempniewski zusammen mit seiner Arbeitsgruppe aufnehmen und dokumentieren. "Wir werden den Zusammenhang zwischen den Schäden an Gebäuden und dem Untergrund, auf dem sie stehen, untersuchen", erklärt der Sprecher des CEDIM. Mit den neu gewonnen Daten können die Forscher unter anderem ihre Untersuchungsmethoden verbessern. Die vergleichsweise geringen Schäden trotz der starken Stöße erklärt sich Stempniewski dadurch, dass die in diesem Gebiet vorhandene Bebauung nicht signifikant durch das Beben angeregt wurde. So könne beispielsweise der Baugrund in Kombination mit der vorhandenen Bauart einen positiven Einfluss gehabt haben. Dieser Zusammenhang wird in den nächsten Wochen untersucht.


Zur Untersuchung der Ursachen des Erdbebens hat das GFZ bereits eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Professor Dr. Jochen Zschau entsandt. "Durch Messung und Untersuchung der Nachbeben erhalten wir detaillierte Informationen zum Bebenmechanismus. Daraus können wir auch ableiten, wie der Erdbeben-Riss in der Erdkruste verläuft und wie er sich weiter entwickeln kann", erklärt Zschau, Leiter des Projektbereichs Erdbeben und Vulkanismus am GFZ.

Zusammen mit dem GFZ Potsdam hat die Universität Karlsruhe das Kompetenz-Zentrum CEDIM (Centre for Disaster Management and Risk Reduction Technology) vor zwei Jahren eingerichtet. Neben dem Thema Erdbeben kümmern sich die Wissenschaftler auch um weitere Risiken wie Hochwasser, Orkane oder Man-Made-Hazards. Ein Ziel der Arbeiten ist die Erstellung einer so genannten Risikokarte, die präzise Vorhersagen über die Gefährdung einzelner Gebiete erlaubt. Erste Ergebnisse zum Thema Erdbeben und Hochwasser präsentierte das CEDIM im Mai diesen Jahres: Für jede Gemeinde in Baden-Württemberg kann der Gesamtschaden an Wohngebäuden, der mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent in den nächsten fünf Jahrzehnten zu erwarten ist, abgerufen werden. "Wir definieren für jedes Gebiet so genannte Verletzlichkeiten auf Basis unterschiedlicher Parametern, wie zum Beispiel Bevölkerungsdichten oder der Verteilung von Gebäuden", erklärt Stempniewski.

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/pm_1976.html

Weitere Berichte zu: Beben CEDIM Erdbeben Erdbebenregion GFZ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Bisher unbekanntes Aussterben grosser Meerestiere entdeckt
27.06.2017 | Universität Zürich

nachricht Auf der Suche nach Hochtechnologiemetallen in Norddeutschland
26.06.2017 | Jacobs University Bremen gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

27.06.2017 | Unternehmensmeldung

Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

27.06.2017 | Informationstechnologie