Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mainzer Wissenschaftler berichten in Science über die Entdeckung früherer Wasservorkommen auf dem Mars

03.12.2004


Neueste Ausgabe des Magazins stellt die bisher wichtigsten Entdeckungen und Ergebnisse der Mars-Mission vor.

... mehr zu:
»APXS »Mars »Science »Wasservorkommen

Elf Berichte von 122 Autoren stellen in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" Ergebnisse der NASA-Marsmission vor. Mit dabei sind Wissenschaftler aus Mainz, die mit ihren Untersuchungsgeräten wesentlichen Anteil daran hatten, das Vorkommen von flüssigem Wasser in der frühen Geschichte des Roten Planeten nachzuweisen.

Im Januar 2004 sind die beiden NASA-Rover Spirit und Opportunity mit etwa dreiwöchigem Abstand auf dem Mars gelandet. Mit den beiden Rovern sind auch zwei Untersuchungsgeräte aus Mainz angekommen: Das Mössbauer-Spektrometer MIMOS II der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das Alpha-Röntgen-Spektrometer (APXS) des Max-Planck-Instituts für Chemie. Sie sind beide an dem robotischen Arm der Rover montiert. Schon kurze Zeit nach der Landung von Opportunity in der Tiefebene Meridiani Planum wurde der Landeplatz von Wissenschaftlern als "geologischer Jackpot" bejubelt. Science veröffentlicht nun in der Ausgabe vom 3. Dezember 2004 Ergebnisse der Untersuchungen aus dieser Region während der ersten drei Monate.


Ein Anzeichen für größere Wasservorkommen in der Vergangenheit ist unter anderem das hohe Verhältnis von Brom zu Chlor, das vom APXS festgestellt wurde. Das Mössbauer-Spektrometer, das eisenhaltige Mineralien entdecken kann, stieß bei seinen Untersuchungen auf Hämatit und insbesondere auf Jarosit, auch Gelbeisenerz genannt. Das Mineral Jarosit entsteht - in der Erdkruste - unter anderem in der Oxidationszone pyritreicher sulfidischer Lagerstätten und in vulkanischer Umgebung. "Das bedeutet, bei der Bildung von Jarosit auf dem Mars muss Wasser vorhanden gewesen sein", erläuterte Dr. Göstar Klingelhöfer vom Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Jarosit hat sich wahrscheinlich auf dem Mars in einem sauren See oder in der Umgebung einer sauren heißen Lösung gebildet. Unter dem Titel "Jarosite and Hematite at Meridiani Planum from Opportunity’s Mössbauer Spectrometer" stellt Klingelhöfer zusammen mit anderen Autoren die Ergebnisse in Science vor.

Unter der Leitung von Klingelhöfer wurde MIMOS II entwickelt, gebaut und für die beiden NASA-Marsmissionen bereit gestellt. Es ermöglicht erstmals die direkte Untersuchung und Bestimmung von eisenhaltigen Gesteins- und Bodenproben auf dem Mars und erlaubt dadurch Rückschlüsse auf frühere mögliche Wasseraktivitäten auf dem Planeten. Gefördert wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn. Das Alpha-Röntgen-Spektrometer (APXS) wurde am Max-Planck-Institut für Chemie, Abteilung Kosmochemie, unter der Leitung von Dr. Rudolf Rieder, in Kooperation mit der Uni Mainz, entwickelt und gebaut.

Die beiden Roverfahrzeuge Spirit und Opportunity - und mit ihnen die beiden Mainzer Untersuchungsgeräte - sind nun schon wesentlich länger als erwartet auf dem Mars unterwegs und setzen, so die Angaben des Jet Propulsion Laboratory der NASA, ihre Missionen bei "guter Gesundheit" weiter fort.

Kontakt und Informationen:

Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie
Dr. Göstar Klingelhöfer
Tel. 06131/39-23282
0177/4946477
Fax 06131/39-26263
E-Mail: klingel@mail.uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://ak-guetlich.chemie.uni-mainz.de/klingelhoefer/frame/welcome.htm
http://marsrovers.jpl.nasa.gov/home/index.html
http://www.nasa.gov/vision/universe/solarsystem/mer_main.html

Weitere Berichte zu: APXS Mars Science Wasservorkommen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klimawandel schwächt tropische Windsysteme
20.10.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht An der Wurzel des Amazonas: Bodentiefe bestimmt Vegetationstyp
20.10.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise