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Forschungsraum Antarktis

01.12.2004


Die Antarktis gehört nicht nur zu den kältesten Regionen der Erde, sondern auch zu den am wenigsten erforschten. Dabei sind die Polargebiete unter anderem Schlüsselregionen für Untersuchungen des Klimas und seiner Geschichte. Die einzigartigen Lebensräume mit einem weitgehend unberührten Ökosystem stehen im Mittelpunkt der neuen Denkschrift "Deutsche Forschung in der Antarktis" der Deutschen Forschungsgemeinschaft.


Die Polargebiete reagierten aufgrund ihrer Entwicklungsgeschichte und ihrer geografischen Lage schon immer schneller auf klimatische Veränderungen als die gemäßigteren Klimazonen. Da Umweltveränderungen hier früher erkannt werden können, haben Forscher sich für Untersuchungen zum globalen Klimageschehen seit längerem auf die Antarktis konzentriert.

Im Zentrum der Denkschrift mit zahlreichen Abbildungen und Grafiken stehen die Entwicklung der Forschung in der Antarktis und des polaren Südozeans in den vergangenen Jahren sowie die Perspektiven, Strategien und Aufgaben der zukünftigen deutschen Polarforschung, die durch neue Technologien und Verfahren ermöglicht werden. Die Themengebiete umfassen den Klimawandel, die Energie- und Stoffkreisläufe sowie die physikalischen und biologischen Prozesse in polaren Systemen, deren komplexe Forschungsfragen interdisziplinäre Ansätze erfordern. Eine der zentralen Fragestellungen ist der Einfluss der Polargebiete auf das weltweite Wettergeschehen und den globalen Wärmehaushalt. Darüber hinaus gehören auch Messungen zum Abbau der Ozonschicht über den Polarregionen zu den Themenschwerpunkten der Antarktisforscher.


Die DFG unterstützt seit mehr als 25 Jahren die deutsche Polarforschung, im Wesentlichen durch das 1981 eingerichtete und 2002 neu aufgelegte Schwerpunktprogramm "Antarktisforschung mit vergleichenden Untersuchungen in arktischen Eisgebieten". Durch die bisherige Förderung der DFG und anderer Drittmittelgeber ist es der deutschen Polarforschung gelungen, im internationalen Vergleich einen Platz in der Spitzengruppe zu erreichen. Um die internationale Sichtbarkeit der deutschen Antarktisforschung auch weiter zu gewährleisten, bedarf es einer stetigen Weiterentwicklung und Verbesserung der wissenschaftlichen Infrastruktur. Dazu gehören neben einer neuen Generation spezialisierter autonomer Unterwasserfahrzeuge auch Messgeräte, die eine mehrere 100 Meter dicke Eisdecke durchdringen können. Mit Hilfe von schiffsgestützten Bohrungen am arktischen Meeresboden und im Eis der Antarktis werden Klimaarchive gewonnen, die Informationen über die Entwicklung des Erdklimas von den letzten Eiszeiten bis zum heutigen Tag liefern.

Heike Klebe | DFG
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

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