Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbesserter Umgang mit Kohlenwasserstoffvorkommen

03.11.2004


Dank der Seismiktechnik können die Betreiber von Öl- und Gasfeldern die Eigenschaften von Vorkommen genauer bestimmen, die Produktion optimieren, die Wiederherstellungsrate erhöhen und die Kosten für die Entdeckung und Erschließung von Ölvorkommen reduzieren.



In der Vergangenheit war die Erforschung von Ölfeldern zum großen Teil spekulativer Natur, die sich auf Anzeichen an der Erdoberfläche verlassen musste. Wenn ein Erdölfeld entdeckt worden war, mussten wahllos Bohrungen vorgenommen werden, bis die Ölvorkommnisse schließlich erschöpft waren. Seither haben gewaltige Veränderungen und Verbesserungen beim technischen Umgang mit Ölvorräten zu einem verbesserten Management von Kohlenwasserstoffreservoirs geführt. Die Unsicherheiten während des gesamten Ausbeutungsprozesses sowie während der Erschließung und Produktion konnten größtenteils aus dem Weg geräumt werden.



Die Idee, seismische Wellen also niederfrequente Schallwellen zur Kartierung unterirdischer geologischer Strukturen einzusetzen, kennzeichnete die Geburtsstunde der Seismiktechnik. Akustische Impulse breiten sich in Sedimentböden bzw. Kohlenwasserstoffvorräten aus. Auf Grundlage der Zeit, die die Schallwellen benötigen, um nach der Reflektion von unterschiedlichen geologischen Schnittstellen an die Oberfläche zurückzukehren, werden die entsprechenden Formationen an der Oberfläche erfasst.

Die moderne 3-D Seismiktechnik ist ein wichtiges Instrument für eine verbesserte Darstellung von unterirdischen Zielobjekten und zur Beschreibung von Erdölvorräten. Sie unterstützt die Erdölingenieure nicht nur bei der Erforschung und Lokalisierung eines Vorkommens, sondern auch bei der Kontrolle der Vorräte über die gesamte Lebensdauer hinweg sowie bei der Bewertung und Entscheidungsfindung. Dies ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass die seismischen Daten zuverlässige Informationen über die Eigenschaften der Vorkommen wie zum Beispiel Flüssigkeitsströmung, Volumen, Temperatur und Druck liefern. So können schon frühzeitig verlässlichere Entscheidungen über die Erschließung getroffen werden, da Risiken und Unsicherheiten verringert werden können.

Durch verbesserte Planung und eine erhöhte Verwertungsquote von Kohlenwasserstoffvorräten durch die Erkennung von Nebenvorkommen hat das EU-Projekt ATLASS zur Entwicklung von Instrumenten und Methoden unter Nutzung vierdimensionaler (4D)-Seismikdaten geführt. Diese seismischen 4D-Daten werden durch seismische 3D-Übersichten im Zeitraffer erhoben, welche in gewissen Abständen wiederholt werden, um die Eigenschaften des Vorrats über den gesamten Produktionslebenszyklus zu kontrollieren.

Die frühzeitige Analyse der Eigenschaften des Vorkommens kann zur Identifizierung potenzieller geologischer Gefahren und zur präzisen Feldbeschreibung beitragen. Dies ermöglicht fundierte Entscheidungen über die Entwicklung der Anlagen, über Bohrstrategien, über die Lage der Nebenzonen sowie über ein rationelles Asset-Management. Die entwickelten Verfahren wurden in echten Fallstudien getestet. Sie zeigten hierbei gute Ergebnisse und haben sich als wirtschaftlich durchführbar erwiesen.

Kontakt

Martin Landroe
NTNU, Norwegian Institute of Technology
Department of Petroleum Technology and Applied Geophysics
S.P. Andersens veg 15A
7491 Trondheim, Norwegen
Tel: +47-73594973
Fax: +47-73944472
Email: mlan@ipt.ntnu.no

Martin Landroe | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ntnu.no

Weitere Berichte zu: Schallwelle Seismiktechnik Unsicherheit Vorkommen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Stagnation im tiefen Südpazifik erklärt natürliche CO2-Schwankungen
23.02.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Birgt Mikroplastik zusätzliche Gefahren durch Besiedlung mit schädlichen Bakterien?
21.02.2018 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics