Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weiterführende satellitengestützte Messungen

01.09.2004


Kenntnisse über die Konzentration und Verteilung von Bestandteilen der Erdatmosphäre sind entscheidend für die Inangriffnahme vieler Umweltprobleme. Es wurden bereits wichtige Schritte unternommen, um die signalverarbeitenden Modelle für die Verwertung von Satellitendaten zu verbessern.

... mehr zu:
»ORM_I »ORM_R »Ozon

Der Klimawandel und der Abbau des stratosphärischen Ozons gehören zu den zwei größten Umweltproblemen unserer Zeit. Ein großer Anteil der Forschungsgelder wurde verwendet, um die diesen zwei Phänomenen unterliegenden Ursachen und Wirkungsbeziehungen zu verstehen. Satellitenmessungen zur gasförmigen Zusammensetzung der Atmosphäre sind dabei ein wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeit.

Der Versuch, Ozon, Wasserdampf, Methan und andere Bestandteile des Weltraums zu messen, erweist sich als schwierige Aufgabe. Es wurden spezielle signalverarbeitende Instrumente zur Analyse der Daten entwickelt, die von Satelliteninstrumenten wie dem Michelson-Interferometer für Passive Atmosphärische Sondierung (MIPAS) an Bord der ENVISAT gesammelt werden.


Es wurden insbesondere zwei Versionen des ORM-Modells im Rahmen des AMIL2DA-Projekts ausgewertet. Die Norm der Europäischen Weltraumorganisation (EWO), ORM_R, wurde mit fünf konkurrierenden Modellen verglichen. Dabei zeigte die Norm ORM_R bei zahlreichen Szenarien erstaunliche Leistungen - von Sommer bis Winter, von mittleren bis polaren Breiten. Mit Anwendungen der höheren Mathematik, wie z.B. dem Levenberg-Marquardt-Algorithmus, können bessere Profile als bei den typischen Regulierungsschemata erreicht werden.

Ein Nachteil der Norm ORM_R besteht darin, dass sie nur dazu genutzt werden kann, die vertikalen Profile weniger elementarer chemischer Bestandteile abzuleiten. Genau da setzt eine verbesserte Variante der Norm ORM_R mit dem Namen ORM_I an. Die ORM_I kann Konzentrationen von weniger häufigen Arten wie Fluorchlorkohlenwasserstoffen und Chlornitraten, die beide eine bedeutende Rolle bei der Zerstörung des stratosphärischen Ozons spielen, berechnen.

Ein zusätzliches Merkmal der ORM_I besteht darin, dass man mit ihrem Algorithmus verschiedene Parameter in Zusammenhang mit Einstellungen und Eichung bestimmen kann. Dadurch können wiederum verschiedene Aspekte des Modells auf ihre Sensibilität getestet werden. Zu den wichtigen Ergebnissen zählt die Erkenntnis, dass mehrere Phänomene von dem Modell vernachlässigt werden können, ohne die Resultate maßgeblich zu beeinträchtigen. Zu diesen Phänomenen gehören Druckveränderungen, Selbstausbreitung, NLTE-Effekte und Line-Mixing. Durch diese Entdeckungen müssen weniger Berechnungen durchgeführt werden, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität eingehen zu müssen.

Die Norm ORM_I wurde letztendlich mit echten MIPAS-Daten getestet und die Fehlerquote lag innerhalb des erwarteten Bereichs. Doch damit nicht genug - weitere Bemühungen zur Verbesserung des ORM sind schon in vollem Gange.

Dr. Marco Ridolfi | ctm
Weitere Informationen:
http://www.fci.unibo.it

Weitere Berichte zu: ORM_I ORM_R Ozon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Von der Bottnischen See bis ins Kattegat – Der Klimageschichte der Ostsee auf der Spur
28.03.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Einfluss der Sonne auf den Klimawandel erstmals beziffert
27.03.2017 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten