Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DLR-Forscher mit weltraumfähigem Radargerät über Asien unterwegs

01.09.2004


Forstinventur im Fichtelgebirge mit dem Flugzeugradar: ein 3D Waldhöhenbild, das auf eine Höhenlinienkarte projiziert ist. Das Gebiet zeigt eine topographische Höhenvariation von 600 Meter und eine Waldhöhenvariation von 0 bis 30 Meter. Die Waldhöhen wurden mit der Technik der so genannten polarimetrischen SAR-Interferometrie bestimmt, die im DLR-Institut für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme entwickelt worden ist. Diese Technik wird auch bei der INDREX-2-Flugkampagne in Indonesien über tropischem Regenwald erprobt werden.


Ein Radarbild, aufgenommen mit einem langen Frequenzband (L-Band) und der horizontal polarisierten, elektromagnetischen Welle – dem E-SAR System des DLR. Das Bild zeigt ein Waldgebiet. Erkennbar sind auch einige Waldstraßen und ein kleines Gehöft.


Flugzeugkampagnen zum Schutz des Regenwaldes in Indonesien und zur Fernerkundung in Indien

... mehr zu:
»Biomasse »DLR-Forscher »ESA »Radar »Regenwald

Zu aufwändigen und intensiven Messflügen sind am 30. August 2004 Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen aufgebrochen. Mit kurzen Unterbrechungen werden die Forscher des DLR-Instituts für Hochfrequenztechnik und Radarsysteme bis Mitte Dezember 2004 mit einer Dornier 228 des DLR in Indien und Indonesien unterwegs sein. Unter anderem werden sie über dem Regenwald ein Radarverfahren testen, das in ähnlicher Form in etwa zehn Jahren im Weltall zum Einsatz kommen soll. Ein Satellit der Europäischen Weltraumorganisation ESA soll es dann möglich machen, die Biomasse des Regenwaldes zu erfassen und so Veränderungen – zum Beispiel illegale Rodungen – schneller zu erkennen. Bevor die Wissenschaftler den indonesischen Regenwald ansteuern, werden sie erstmals auch in Indien eine SAR (Synthetic Aperture Radar)-Kampagne fliegen, bei der das vom DLR entwickelte E-SAR (Experimental Synthetic Radar)-System mit vier Frequenzbereichen (X-, C-, L- und P-Band-Radar) zum Einsatz kommt. Den Auftrag dazu erhielt das DLR von der indischen Weltraumagentur ISRO (Indian Space Research Organisation). Die gewonnenen Daten sollen Indien unter anderem bei der Erstellung von Geländemodellen, bei der Bestimmung von Biomasse und sogar beim Reis- und Getreideanbau helfen. Das DLR und ISRO kooperieren auf dem Gebiet der Datenauswertung in besonderen Anwendungsgebieten (Polarimetrie und Interferometrie).

An den Messflügen sind neun DLR-Wissenschaftler sowie vier Mitarbeiter des DLR-Flugbetriebs beteiligt. Sechs riesige Kisten sowie ein Flugcontainer voller Elektronik wurden bereits vergangene Woche per Luftfracht von München nach Indien zum Flughafen der Stadt Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat transportiert. Insgesamt wurden drei Tonnen Ausrüstung nach Indien gebracht. Die Dornier 228 wird sich am 2. September vom Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen aus mit ihrer Besatzung auf die viertägige Reise nach Indien machen.


Biomasse des Regenwaldes wird stichprobenartig bestimmt

Nach Beendigung der Messkampagne in Indien erhalten die Forscher nur eine kurze Verschnaufpause. Nach weniger als zwei Wochen Aufenthalt in der Heimat geht es zurück nach Asien: zu der Kampagne der Europäischen Weltraumorganisation ESA "INDREX-2" (Indonesian Radar Experiment) in Indonesien. Die DLR-Forscher werden dabei versuchen, mit ihrem X-, C-, L- und einem P-Band-Radar stichprobenartig die Biomasse des Regenwaldes zu bestimmen. Mit diesem Experiment werden die Voraussetzungen für die spätere Raumfahrtmission geschaffen, die dazu beitragen soll, den für Menschen und Tiere lebensnotwendigen Regenwald zu schützen.

Der zuständige Leiter der ESA-Kampagne, Evert Attema, sieht "INDREX-2" als eine "exzellente Möglichkeit zur Weiterentwicklung von Raumfahrttechnologien". Das Experiment werde helfen, "auch in Zukunft die Lebensqualität auf unserem Planeten zu gewährleisten". Für den Weltraumeinsatz plant die ESA den Bau eines Radars mit längeren Wellenbereichen, die sozusagen durch die Baumkronen des Regenwaldes "hindurch sehen" können und so auch Aufschluss über die Höhe der Urwaldbäume geben. Bei einem Workshop in Jakarta im September 2005 werden die Ergebnisse von "INDREX-2" vorgestellt.

Ansprechpartner:

Jörg von Rohland
Tel.: 08153 / 28-1970
Fax: 08153 / 28-1243

Professor Alberto Moreira
Direktor des Instituts für
Hochfrequenztechnik
und Radarsysteme im
DLR Oberpfaffenhofen
Tel. 08153/28-2306
Fax: 08253/28-1135

Dr. Irena Hajnsek
Projektleiterin “INDREX 2”
Institut für Hochfrequenztechnik
und Radarsysteme
DLR Oberpfaffenhofen
Tel. 08153 / 28-2363
Fax: 08153 / 28-1135

| DLR
Weitere Informationen:
http://www.dlr.de

Weitere Berichte zu: Biomasse DLR-Forscher ESA Radar Regenwald

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie