Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Luft über Indischem Ozean stark verschmutzt

27.08.2004


Neue Untersuchung zeigt schwere Belastung über unbewohnten Gebieten



Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie haben eine beträchtliche Belastung der Atmosphäre über dem Indischen Ozean in den Monsunübergangszeiten nachgewiesen. Ursprung der Luftverschmutzung sind die Staaten Indien, China sowie die Länder Südostasiens und Afrikas. Den Forschern gelang es mithilfe einer Kombination von Satellitenbeobachtungen und Computermodellierung die Verschmutzung durch Stickoxide zu beweisen.



Das am stärksten betroffene Gebiet ist der Golf von Bengalen, der durch den Ausstoß von Schadstoffen aus Indien und Südostasien sowie aus China belastet wird. Aufgrund der wenigen bisher vorliegenden Langzeitbeobachtungen, die sich über alle Jahreszeiten erstrecken, ist die Kenntnis der chemischen Vorgänge in der Atmosphäre über dem Indischen Ozean nach wie vor unzureichend. Dieses Gebiet ist wegen der starken tropischen Sonneneinstrahlung, hohen Luftfeuchtigkeit und wachsenden anthropogenen Emissionen von Schadstoffen chemisch aktiv. Das Projekt "Indian Ocean Experiment" (INDOEX) wurde während der Monsunzeit im Winter 1999 mit dem Ziel begonnen, zu erforschen wie die Luftverschmutzung die Klimaprozesse über dem tropischen Indischen Ozean beeinflusst. Die Satellitenaufnahmen zeigten eine dicke Dunstglocke, die sich über Tausende von Kilometer südlich von Indien erstreckte. Im Gegensatz zu der starken Verschmutzung in der nördlichen Hemisphäre weisen diese Messergebnisse auf eine vergleichsweise reine Luft in der südlichen Hemisphäre hin, berichtet das Max-Planck-Institut.

Die Wissenschaftler berichten nun in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" über neue Ergebnisse zur Luftverschmutzung über dem Indischen Ozean. Dazu hatten sie eine Kombination aus Satellitendaten der Jahre 1996-2000 und globale Modellrechnungen verwendet und sich auf die Verschmutzung durch Stickoxide in den Zeiträumen zwischen dem Sommer- und dem Wintermonsun, den so genannten Monsunübergangszeiten, konzentriert.

Die maritimen Stickoxide stammen hauptsächlich aus dem weitreichenden Transport kontinentaler Emissionen, von Blitzentladungen und von Schiffen. Nach den jüngsten Messergebnissen wurde deutlich, dass ausgeprägte, halbjährlich auftretende "Plumes" der Stickoxidverschmutzung, die sich über den ganzen zentralen Indischen Ozean ausdehnen, im Westen aus Afrika und im Osten aus Südostasien (Indonesien und andere Länder) stammen. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der zentrale Indische Ozean keineswegs immer so rein ist wie man es bisher während der Wintermonsunzeit beobachtet hat", so Forschungsleiter Mark Lawrence. "Besonders interessant ist, dass der Grad der Verschmutzung während der Übergangszeiten südlich von zehn Grad südlicher Breite sogar größer ist als im nördlichen Indischen Ozean", so der Forscher.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de
http://www.agu.org/journals/gl

Weitere Berichte zu: Ozean Stickoxid Südostasien Verschmutzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

nachricht Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?
17.01.2017 | Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise