Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Polarstation Neumayer III - Deutschland baut Spitzenposition in Polarforschung aus

26.07.2004


Mit dem Bau der neuen Polarstation Neumayer III in der Antarktis baut Deutschland seine Spitzenstellung in der internationalen Polarforschung aus. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn kündigte das 26 Millionen Euro Projekt am Montag bei der Eröffnung der 28. Antarktiskonferenz "Scientific Committee on Antarctic Research" (SCAR) in Bremen an. "Die weltweite Spitzenstellung Deutschlands in der Polarforschung bringt uns Vorteile bei der Entdeckung neuer Stoffe und Organismen auch für die Entwicklung wirkungsvoller Medikamente", sagte Bulmahn. Außerdem liefere sie wesentliche Erkenntnisse über die Umwelt.



Mit der Neumayer III erhält die Wissenschaft eine einzigartige Infrastruktur. Das 3.300 Quadratmeter große Forschungsgebäude wird mit modernsten umweltschonenden Werkstoffen gebaut, wie sie sonst nur in der Raumfahrttechnik eingesetzt werden. Die Station soll im Jahr 2008 fertig gestellt sein. Auf ihr werden deutsche Forscherinnen und Forscher zusammen mit ihren internationalen Kollegen geowissenschaftliche, meteorologische und biologische Daten aus der Polarregion erheben.



Die Ministerin wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Polarforschung für den Klimaschutz hin. "Mit einem soliden Grundlagenwissen über die Wechselwirkungen zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre können wir wirksame Strategien für den Klima- und Umweltschutz entwickeln". Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert die Antarktisforschung mit jährlich über 50 Millionen Euro.

Die weltgrößte Antarktis-Konferenz findet erstmals in Deutschland statt. Bis zum Samstag wollen die rund 800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen fünf Kontinenten über den aktuellen Stand und die Perspektiven der Polarforschung diskutieren. Im Vordergrund stehen dabei die Rekonstruktion der langfristigen Klimageschichte sowie die Evolution und die Artenvielfalt der Antarktis. Eine Industrieausstellung ergänzt die Konferenz.

Das Alfred Wegener Institut (AWI) organisiert das internationale Treffen. Das AWI ist eines von 14 Helmholtz-Zentren, die vom BMBF zu 90 Prozent finanziert werden. Das AWI unterhält als Infrastruktur für die deutsche Polarforschung neben den Polarstationen in der Arktis auf Spitzbergen und der Antarktis auch den Forschungseisbrecher "Polarstern", eines der leistungsfähigsten Polarforschungsschiffe der Welt.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.scar28.org
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: AWI Antarktis Polarforschung Polarstation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde
23.01.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern
18.01.2017 | Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen