Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fernerfassungstechnik misst Transpiration von Kronendächern

15.06.2004


Der vorhersagten geringer werdenden Niederschläge haben zu großer Besorgnis in der Land- und Forstwirtschaft geführt. Die Sorgen beruhen größtenteils auf der Unsicherheit, die in Bezug auf die Auswirkungen von erhöhten CO2-Konzentrationen auf das hydrologische Gleichgewicht der Bäume herrscht. Jetzt wurde aber die Pionierarbeit für ein neues Verfahren geleistet, mit dem der Wasserverlust durch Transpiration in den Kronendächern von Landstrichen geschätzt werden kann.



Der Austausch von Wasser und Energie wird sowohl durch das Klima als auch durch die Gasaustauschfähigkeiten der Vegetation bestimmt. Neben Niederschlagsveränderungen können auch veränderte Wassernutzungsmuster den Energiehaushalt von Bäumen beeinflussen. Das ergibt sich aus der Art und Weise, wie die Spaltöffnungen von Bäumen auf die veränderte CO2-Konzentration in der Atmosphäre reagieren, was wiederum Auswirkungen auf Wachstum und Transpiration hat.



Bis jetzt wurden die Forschungen zum Einfluss von atmosphärischem CO2 auf Wald- und Baumbepflanzungen nur in einem begrenzten Ausmaß durchgeführt. In solchen eingeschränkten Experimenten können die Spaltöffnungen eine tiefgreifende Auswirkung auf die Transpiration haben, was bei Bäumen, die nicht in Töpfen oder Kammern gezüchtet sind, nicht unbedingt der Fall ist. Offensichtlich sind noch viele Fragen offen, wenn es um die Auswirkungen einer erhöhten CO2-Konzentration auf die Transpiration von Bäumen in weitläufigen Landstrichen geht.

Ein Hauptgrund für den bis heute herrschenden Mangel an Informationen ist die Vielzahl und Komplexität möglicher beteiligter Faktoren, zu denen Nährstoffe, Wasserverfügbarkeit im Boden, genotypische Eigenschaften und die unterirdische Kohlenstoffverteilung für eine langfristige Kohlenstoffspeicherung gehören.

Das innovative Verfahren hat zur Messung des Wasserabflusses in drei Pappelarten Infrarotbilder verwendet und konnte deshalb mögliche Störungen umgehen. Diese Fernerfassungstechnik kann unter Nutzung von Luftlandflügen, einer Infrarot-Scanner-Kamera und digitalen Bildern angewendet werden. Mit dem Verfahren konnten Daten über Kronendächer, Blätter und Bäume integriert werden.

Die Technik verändert überdies nicht das allgemeine Mikroklima des Gebietes. Durch ein Verständnis des Wasserhaushalts von land- und forstwirtschaftlichen Systemen werden Forscher außerdem begreifen können, wie die Atmophäre allgemein auf CO2 reagiert. Das wiederum wird tiefgreifende Auswirkungen auf den Schutz der Biosphäre haben.

Kontaktangaben

Gail Tailor
University of Southampton
Bassett Crescent East
Southampton, Großbritannien
Tel: +44-2380-592335, Fax: -594269
Email: g.taylor@soton.ac.uk

Gail Tailor | ctm
Weitere Informationen:
http://www.soton.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften