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Weiterer ökologischer Stress wäre tödlich
Ein französisch-amerikanisches Forscherteam hat die längste ununterbrochene Lebens- und Wachstumsgeschichte eines Korallenriffes in Vanuatu untersucht: Insgesamt konnten die Forscher die Veränderungen des Riffs während der vergangenen 23.000 Jahre genau nachvollziehen. Ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels wäre für die Korallenriffe nach Ansicht der Experten jedenfalls tödlich, berichtet das Magazin Pacific Islands in seiner jüngsten Ausgabe.
Das Forscherteam von der französischen Universität in Neukaledonien und den US-Universitäten von Minnesota, Texas und Arizona hatte das Riff vor der Insel Urelapa in Vanuatu untersucht. Insgesamt konnten sie das Riffwachstum der vergangenen 17.000 Jahre genau nachvollziehen. Die Untersuchungen geben damit Aufschluss über die Entwicklung des Klimas seit der Schmelze der großen Gletscher. Die ältesten bisher ausgewerteten Daten einer Riffökologie stammten aus Französisch Polynesien und gaben die vergangenen 14.000 Jahre wieder. Die Forscher sind besonders wissbegierig auf die Daten, da die Auswirkungen der Klimaänderungen auf die fragilen Ökosysteme der Korallenriffe bisher zu wenig genau erforscht waren.
Riffe reagieren auf kleine Veränderungen der Temperaturen, des Salzgehaltes des Wassers, den Nährstoffmengen, dem Lichteinfall sowie den Bewegungen des Meeres, aber auch auf Faktoren wie dem Untergrund, auf dem die Korallen wachsen. Nach den ersten Analysen der Bohrkerne sind Korallen äußerst widerstands- und anpassungsfähig, allerdings scheint dies auch seine Grenzen zu haben, wie die Forscher feststellen konnten. In den vergangenen 20.000 Jahren sind die Meeresspiegel um 120 bis 130 Meter gestiegen. Allein am Urelapa-Riff konnte das kontinuierliche Wachstum des Riffes von vor 23.000 bis vor rund 11.000 Jahren nachvollzogen werden. Danach folgte ein langsames Wachstum, das etwa bis vor 6.000 Jahren dauerte. Am stärksten war dann das Riffwachstum in Tiefen zwischen zehn und 20 Metern. Die Korallen veränderten damals offensichtlich ihren Zyklus und ihre Wachstumsrichtung.
Wenn nun die atmosphärische Aufheizung ein so starkes Ansteigen des Meersspiegels verursacht, wie das heute von zahlreichen Experten vermutet wird, werden viele der Riffe auch bei Ebbe nicht mehr aus dem Wasser ragen. Das bedeute, so das Modell der Forscher, dass sich das gesamte Ökosystem inklusive der riffbewohnenden Fische und Weichtiere verändern werde. Zusätzlich würden menschliche Siedlungen auch nicht mehr vor der Brandung des offenen Meeres geschützt werden, meinen die Forscher. Ein weiterer ökologischer Stress würde also zahlreiche massive Schäden an den schützenden Riffen verursachen.
Wolfgang Weitlaner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.paciuficislands.cc
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