Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Viel Schnee und wenig Lawinenopfer - Bilanz des Winters 2003/04

26.05.2004


Der Winter 2003/2004 zeichnete sich in der Schweiz durch allgemein sehr gute Schneeverhältnisse und durch wenig Lawinenopfer aus: Bis zum 25. Mai starben zehn Personen in den Schweizer Alpen bei Lawinenunfällen - das ist weniger als die Hälfte verglichen mit dem langjährigen Mittelwert.


Bis zum 25. Mai verloren drei Tourenskifahrer, zwei Schneeschuhläufer, ein Variantensnowboarder, drei Variantenskifahrer und ein Kleinkind bei Lawinenunfällen ihr Leben. Diese Opferzahl liegt deutlich unter dem langjährigen Mittel von 25 Lawinentoten pro Jahr.

Dem Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF - es gehört zur Eidg. Forschungsanstalt WSL - wurden 80 Lawinen gemeldet, die etwa 130 Menschen mitgerissen hatten. Das entspricht dem Mittelwert der letzten zehn Jahre; es gab also nicht weniger Lawinen als in anderen Jahren. Thomas Stucki, Leiter des Lawinenwarndienstes des SLF, kommentiert: "Mehrere Beispiele deuten darauf hin, dass vor allem viel Glück zu dieser tiefen Opferzahl beigetragen hat. So gab es verschiedene Unfälle zu verzeichnen, bei denen mehrere Personen erfasst wurden, aber nur in einem Fall kamen dabei zwei Menschen ums Leben. Sonst war es jeweils höchstens eine Person, meistens aber glücklicherweise gar niemand. Bei einem weniger glimpflichen Ausgang steigt die Opferzahl natürlich rasch."


Schnee bis in tiefe Lagen

Charakteristisch für den Winter 2003/2004 waren mehrere Schneefälle bis in tiefe Lagen. Rechtzeitig auf die Weihnachtsferien herrschten auch unterhalb von 1000 Metern gute Wintersportbedingungen. Ausgeprägt waren die Schneefälle auch um Mitte/Ende März: Am 11. März lagen in Locarno Monti (360 m) 25 Zentimeter Schnee, am 24. März in St. Gallen gar ein halber Meter. Auch anfangs April schneite es im Norden nochmals bis in tiefe Lagen.

"Götterdämmerung" durch Saharastaub

Im Gebirge wurde ein früher Winterbeginn verzeichnet: Das Einschneien (Bildung einer bis zum Frühling durchgehenden Schneedecke) erfolgte auf dem Weissfluhjoch (2540 m) bereits am 4. Oktober. Das ist zwei Wochen vor dem mittleren Termin; und einzig 1975 wurde zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Schnee verzeichnet (die Messungen begannen im Winter 1936/37).

In der zweiten Januarwoche regnete es zum Teil bis deutlich über 2000 m hinauf intensiv. Dadurch wurden unzählige Nassschneelawinen ausgelöst. Im Berner Oberland mussten sogar Strassen wegen Überschwemmungen gesperrt werden.

Der Februar war zuerst von frühlingshaften Verhältnissen geprägt, die Nullgradgrenze stieg auf 3500 m.

Am Morgen des 21. Februar herrschte eine gespenstige Stimmung: Eine Südstaulage führte reichlich Saharastaub über die Alpen; der Himmel - und in der Folge der Schnee - war gelb-rot gefärbt.

Insgesamt war der Winter 2003/2004 schneereich; Schönwetterperioden waren eher kurz; Kalt- und Warmperioden wechselten sich häufig ab. Die Schneedecke war im Allgemeinen eher stabil aufgebaut.

Für die Jahreszeit liegt momentan vor allem am Alpennordhang, in Graubünden und im Süden noch viel Schnee. Es herrschen schöne Frühlingsskitouren-Verhältnisse.

Birgit Ottmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.slf.ch/media/medien-de.html
http://wa.slf.ch
http://www.slf.ch/info/unfall-de.html

Weitere Berichte zu: Lawine Lawinenopfer Lawinenunfall Opferzahl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Riesenfaultier war Vegetarier - Ernährung des fossilen Megatheriums entschlüsselt
18.04.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Drohneneinsatz in der Meeresforschung
13.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung