Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Fund von Fluoridgläsern in Erdmantelgesteinen

30.04.2004


Heidelberger Forscher Dr. Stephan Klemme konnte erstmals in neuseeländischen Gesteinsproben aus dem Erdmantel in Subduktionszonen Fluoridgläser nachweisen, die nur durch Aufschmelzen der subduzierten Platte entstehen können (Geology 32(5), 2004)



Ein Heidelberger Forscher konnte nun erstmals in neuseeländischen Gesteinsproben aus dem Erdmantel in Subduktionszonen Fluoridgläser nachweisen, die nur durch Aufschmelzen der subduzierten Platte entstehen können. Dr. Stephan Klemme vom Mineralogischen Institut der Universität Heidelberg berichtet in seinem Artikel in der Maiausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins "Geology", dass nur durch besondere Präparationsmethoden diese extrem empfindlichen Gläser in den Gesteinen erhalten und analysiert werden konnten. Aufwendige Spurenelementanalysen der Gläser zeigen, dass diese Fluoridschmelzen sich durch Aufschmelzen subduzierter Sedimente gebildet haben. Dies könnte, so Klemme, ein Hinweis darauf sein, dass Aufschmelzen der subduzierten Platte weit häufiger sein könnte als gemeinhin angenommen (Geology 32(5), 2004).

... mehr zu:
»Aufschmelzen »Platte »Subduktion


Der Hintergrund

Wenn zwei ozeanische Platten zusammenstoßen, wird die eine Platte unter die andere geschoben. Als Konsequenz dieses so genannten Subduktionsprozesses entstehen in diesen Kollisionszonen oft vulkanische Inseln. Solche Prozesse laufen auch heute noch zum Beispiel in Neuseeland ab.

Bei der Subduktion durchläuft die versinkende ozeanische Platte, die reichlich Wasser enthält, eine Reihe komplizierter Prozesse. Durch steigenden Druck und steigende Temperatur während der Subduktion kann die abtauchende Platte entwässern oder auch aufschmelzen. Die genauen chemischen und physikalischen Prozesse, die zum Entwässern oder zum Aufschmelzen führen, sind allerdings weitestgehend unbekannt. Die meisten Forschergruppen, die sich mit Subduktionszonenprozessen beschäftigen, gehen davon aus, dass das Aufschmelzen der versinkenden Platte eher unwahrscheinlich ist.

Rückfragen bitte an:

Dr. Stephan Klemme
Universität Heidelberg, Institut für Mineralogie
Im Neuenheimer Feld 236, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 546039, Fax 544805
sklemme@min.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.min.uni-heidelberg.de/klemme/index.html

Weitere Berichte zu: Aufschmelzen Platte Subduktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Internationales Team um Oldenburger Meeresforscher untersucht Meeresoberfläche
21.03.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Weniger Sauerstoff – ist Humboldts Nährstoffspritze in Gefahr?
17.03.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen